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REVO 22:

Das Blut gesoffen...

Wir bekamen die Möglichkeit, ein Interview mit einem ehem. Kopfschlächter aus Süddeutschland zu führen, der aber aus Angst vor Repressalien anonym bleiben möchte.

Was ist ein Kopfschlächter?

Die Kopfschlächter haben nur die Aufgabe das Tier zu töten.

Wie lange hast du das gemacht?

Achteinhalb Jahre. Dann habe ich aufgehört. Ich konnte die Bilder nicht mehr sehen: wie die Tiere abgestochen und abgestochen wurden.

Wie kamst du zu dem Beruf?

Ich habe gelernt, als normaler Metzger.

Und wie war es dann im Schlachthof?

Ich habe die Bilder alle noch im Kopf drinnen – das holt mich teilweise nachts aus dem Schlaf.

80% der Kopfschlächter sind Alkoholiker. Die gehen mit den Tieren um als wären sie der letzte Dreck. Wenn die Tiere in der Früh geliefert werden – die kommen irgendwo von Dänemark oder aus dem Sudetenland – werden die dann einfach reingetrieben, dann werden sie abgeschossen und aufgehängt. Die leben noch, dann werden sie schon durchgeschnitten. Dann läuft das Blut der Bullen, derweil wird das Blut gesoffen- manche hauen sich Salz, Pfeffer und ein Ei rein, andere saufen es pur – lauter so Dreckszeug.

Wie geht der ganze Vorgang im Schlachthof vor sich? Die Tiere kommen also erst einmal vom Transporter...

Ja die kommen also erst einmal rein, die kommen dann in so einen Kessel rein, dann werden sie enthaart...

Leben die Tiere da noch?

Ja, viele leben da noch, na logo! Die kommen Lebend in den Kessel rein zur Enthaarung. Das ist siedend heiß das Wasser. Die Borsten werden dann abgebrüht. Dann werden sie gehäutet und dann werden sie Geschlachtet. Und dann saufen die Schlächter das Bullenblut pur, warm, so wie es ist. Oder dann werden den Bullen die Hoden abgeschnitten, dann hacken die sie zusammen, dann kommt Salz und Pfeffer dazu und dann wird’s gefressen. Die denken, davon werden sie kräftig.

Wann werden die Tiere genau geschossen?

Wenn sie ankommen werden die Tiere erst einmal in so eine Art Käfig hinein getrieben. Wenn dann der Schuss nicht gleich klappt - die zappeln ja - wird ihnen die Kehle durchgeschnitten bei lebendigem Leib. Und das Fleisch wird dann abgenommen und wenn das nicht ganz astrein ist – das muss ja geprüft werden – wenn also das Tier krank war oder das Fleisch sonst nicht zu gebrauchen ist – dann kommt das manchmal trotzdem in die Verwertung rein. Die hauen das über die Ladentheke rüber, da braucht sich keiner wundern dass wir BSE-Seuche haben.

Und dann hast du aufgehört.

Ich kann so etwas nicht mehr mit ansehen, wie die Tiere leiden müssen. Das musst du selber mal erleben.

Nachts um eins geht’s los bis mittags um elf, zwölf rum. Die machen das auf Akkord. Da kämpft jeder gegen jeden, wer die meiste Stückzahl hat. Die verdienen ein Schweine Geld, die Kopfschlächter. Aber ich kann’s nicht mehr ich habe selber zwei Hunde, ich bin ein Tierfreund.

Und die Tiere, wenn du sie hörst – ich krieg jetzt schon wieder eine Gänsehaut, wenn ich nur daran denke.

Die Spanferkel, die die Leute draußen fressen – die Quiekerei und Schreierei von den kleinen – die ahnen das, die spüren, wenn sie geschlachtet werden.

Wie gesagt, 80% der Kopfschlächter sind Alkoholiker, die hauen schon nachts die Flasche Schnaps weg und alles. Das sind keine Menschen mehr für mich, das sind Irre.

Das weiß in der Öffentlichkeit niemand...

Wer das nicht selber erlebt hat, der weiß das nicht. Wir haben normalerweise Schweigepflicht. Ich dürfte dir das gar nicht erzählen.

Wenn von der Gesundheitsbehörde mal wirklich die Leute kontrolliert würden- ich möchte nicht wissen, wie viele da selber an Krankheiten leiden. Ich kenne einen, wenn der die Därme sauber macht, der macht sich in sein Fleisch einen Teil Kot mit rein und frisst es. Da vergeht dir das Essen.

Und werden die Schlächter davon nicht krank?

Teilweise. Der eine geht in Frührente, der andere ist dann irgendwo in der Nervenklinik und so weiter.

Ist es den Kopfschlächtern egal wie es den Tieren geht?

Ja das ist denen scheißegal. Wenn die Tiere noch zappeln nachdem sie geschossen wurden, wenn die noch Lebensgefühl haben, dann werden ihnen bei lebendigem Leib die Augen ausgestochen und die Beine abgeschnitten- die zappeln noch, die sind noch warm, die Tiere merken das noch. Das ist ein Riesenleiden- wie bei einem Menschen. Und was manche da abziehen mit den Tieren, das ist nicht mehr normal. Ich kann’s nicht mehr ertragen. Das ist vorbei.

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