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REVO 22:
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Gesegneter Massenmord
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Jedes Jahr zelebrieren Tausende von Jägern in Deutschland „ihren“ Feiertag, den Tag des hl. Hubertus. Es finden Tierleichensegnungen statt und seltsame Rituale werden mit Tierkadavern abgehalten. Aufgebahrte Tierkörper werden im Zuge einer Prozession in katholische Kirchen gebracht, um in recht leblosen Zustand einer Hubertusmesse beizuwohnen.
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Kirche segnet Jäger
Diese Messen, eine Glorifizierung des tödlichen Treibens der Jäger tragen perverserweise den Namen des hl. Hubertus, der nach einer Vision im Wald erkannte, dass es Unrecht ist, die Tiere zu töten. Er hängte daraufhin seinen Beruf an den Nagel und jagte nie wieder. Die KAKI (kath. Kirche) hat jedoch diesen guten Grundgedanken des Feiertags ins Gegenteil verkehrt und lockt seitdem jährlich Tausende von Grünröcken in ihre Kirchen. Die Hubertusmesse ist einer der wenigen noch gutbesuchten Messen. Dass gerade diese Leute der KAKI noch am meisten Wert beizumessen scheinen, spricht nicht gerade für die Kirche.
Auch zum Bundesjägertag in Münster (24.05.03) fanden sich ganze Scharen der Knallfrösche ein. In Massen kamen sie dahergewallt, in Kampfmontur, das Gewehr geschultert, versteht sich. Schließlich wird Ihnen dort noch Anerkennung und Ehre für ihre „respektvollen“ Taten gezollt. Denn nach Meinungsumfragen in der Bevölkerung blickt die Jägerschaft in eine düstere Zukunft: Nur noch 3% der Befragten wollen, dass die Jagd so bestehen bleibt, wie sie ist [1].
Versammlung der Buschkrieger
Um 9 Uhr morgens kurz vor Messebeginn hatte sich dann im dortigen Sankt Paulus Dom bereits eine wahre Flut von den Busch-Kriegern eingefunden. Sie hoffen dort quasi auf Gottes höchstpersönlichen Segen für ihr Treiben, selbstverständlich stellvertretend von Weihbischof Friedrich Ostermann erteilt. Um das Spektakel direkt vor Ort zu beobachten, habe ich mir einen Stehplatz in Altarnähe ergattert. Mir wird langsam unwohl, wenn ich daran denke, dass die vielen, durchaus einen netten Eindruck erweckenden Leute um mich herum alle dem selben, blutigen Handwerk nachgehen. Andächtig stehen sie im Gotteshaus und warten darauf, dass ihr Oberhirte das Wort an sie richtet. Nach einigen obligatorischen Kulthandlungen, die in Verbindung mit reichlich Weihrauch dafür sorgen, dass das Bewusstsein der Teilnehmer richtig eingestimmt wird, erhebt Zeremonienmeister Ostermann das Wort. Sein Singsang ist in gewisser Weise einlullend. Teile seiner Rede bleiben bei mir hängen: Dank Gott sind die Jäger dieses Jahr wieder reich durch Beute beschenkt worden ... die Jäger, Menschen der Tat ... sind sie die Weisen und die Klugen, die sich in dieser Welt recht zu bewegen wissen, die durch ihre Taten vieles wieder ins Lot bringen? ... Bevor ich jedoch die Weisheit und Klugheit der Jäger genügend bewundern kann, sorgt ein Aktivist einer Tierschutzorganisation für kurze Aufregung: Er stellt sich vor den Altar, versucht ein Schild hochzuhalten, auf dem „Du sollst nicht töten!“ zu lesen ist. Doch er ist leider nicht erfolgreich. Drei Sicherheitskräfte sind flugs zur Stelle und unterbinden die Aktion. Dieses christliche Gebot scheint hier fehl am Platz zu sein. Friedrich Ostermann faselt zwischenzeitlich etwas von der Schönheit eines Sonnenuntergangs überm Soldatenfriedhof, davon dass der Jäger zum ursprünglichen Glauben (dem katholischen Glauben, Anm. d. Verf.) finden soll: ...in solchen Momenten fällt alles, was so Schlechtes über die Kirche gesagt wird, von einem ab, so wie die Spreu sich im Wind verliert... ich verstehe: über die schlechten Seiten der Kirche nachzudenken bringt einen bloß vom rechten Glauben ab, also lassen wir’s lieber.
Makabre Worte
Mein kurzer Gedankengang wird von makabren Worten unterbrochen: Ob es einem passt oder nicht, es ist ein ehernes Gebot, Tiere zu töten und zu essen... !?! Diese blasphemische Aussage trifft mich mit voller Härte, dachte ich bisher doch immer, dass das eherne Gebot lautet: „Du sollst nicht töten!“ Oder gilt das etwa nicht für Tiere? Wo hat Gott gesagt, man soll nur Menschen nicht töten (und das auch nur in Friedenszeiten), wo hat Gott geboten, Tiere zu töten? Gilt das Gebot „Du sollst nicht stehlen!“ dann etwa nur für Autos? Es geht weiter im Programm: Die Natur ist unvollkommen, ohne die Hege und Pflege der Jäger droht sie uns zu überwuchern und zu ersticken ... Krass! Ich dachte immer, die Natur ist nur dort unvollkommen, wo der Mensch eingreift und die feinen natürlichen Regelkreise aus dem Gleichgewicht bringt. Oder muss der Mensch nun die Schöpfung Gottes verbessern? Seine Excellenz weiter: Das Wildschwein ist das klügste Tier. Ist es da verwunderlich, dass der Mensch sich über den Sieg über das Schwein freut, sich freut dass er klüger ist? Kann das böse sein? Wohl kaum. Wahnsinn! Er spricht noch von der Freude über den schönen Braten, den man nach der Jagd verzehren kann, und dass schon die heilige Theresia empfohlen hat, diesen ganz zu genießen. Mir reicht es jedoch von diesen Leuten, die sich einreden, dass deren Klugheit über der eines Wildschweins steht. Ich verlasse die Kirche auf schnellstem Weg und atme draußen erst mal tief durch.
Die Kirche: Feind der Tiere
Wenn Friedrich Ostermann so redet, dann ist das übrigens ganz im Einklang mit den tierverachtenden katholischen Glaubensgrundsätzen. Ich hoffe, dass Du, lieber Leser, klüger bist und nicht den Irrlehren der Kirchen auf den Leim gehst. Und wenn Kapuzinermönch Bruder Paulus in der Bildzeitung auf die Frage, ob Tiere eine Seele haben, antwortet: „Tiere haben weder Geist noch Seele. Sie haben keine Gefühle... ...Nur er [der Mensch] kann Gott für die Natur danken. Nur er kann verzeihen, gestalten, lieben.“ (22.2.03), dann schau Deinem Hund in die Augen und wisse: Er fühlt, er ist beseelt, und vielleicht liebt er Dich sogar. Vielleicht stellst Du ja dann noch mehr von dem in Frage, was Kirchenmänner so alles von sich geben.
Für so manch anwesenden Tiermörder waren die abstrusen Worte des Bischofs jedoch Balsam für das eigene geplagte Gewissen und Rechtfertigung für weitere Abschüsse. Wichtig, um nicht am Sinn des eigenen Tuns zu zweifeln. Dabei wissen gerade die Jäger oft nur zu genau, dass die Tiere empfinden und leiden wie wir, ja sogar beseelt sind. Sie sprechen ihren treuen Hunden vielmals einen „edlen Charakter“ und menschengleiche Klugheit zu. Der Hund sei ein „lebendiges Gottesgeschöpf“ mit „Seelenleben“, auch in seiner Körpersprache liegt ein „starker seelischer Ausdruck“[2]. Die Jäger, die in Feld und Flur vielen Wildtieren begegnen, wissen auch, dass das natürlich nicht auf ihre Hunde beschränkt ist. Warum wird dann dennoch soviel gejagt?
Jägerlatein
Die typischen Jägerargumente von Verbissschäden und Überpopulationen werden inzwischen von vielen Wissenschaftlern widerlegt. In einem Nationalpark in Italien, in dem seit über 80 Jahren nicht mehr gejagt wird, gibt es keinerlei Probleme. Die Natur regelt sich wunderbar selbst, trotz des Fehlens früher heimischer Räuber wie Wolf oder Luchs kommt es nicht zu Überpopulationen. Den wahren Grund sagt uns Landesjägermeister Steixner in der Tiroler Tageszeitung (09.06.03): „Es sind oft unsere eigenen Halbwahrheiten, die uns den Umgang mit einer kritischen Öffentlichkeit noch schwerer machen.“ Es gebe kein gutes Argument für die Bejagung bestimmter Tiere, „außer man ist ehrlich. Und sagt, ja, ich will in guter alter Tradition Beute machen.“
Mit Christus hat das Ganze natürlich nix zu tun!
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©1997-2007 Der geistige Revolutionär Christus
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