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REVO 22:

Heimat für Tiere

Ein Pfau kräht auf dem Dach, Katzen spielen zwischen zwei Hängebauchschweinen und Lamas kucken fröhlich über den Zaun. Eine Szene aus „Karneval der Tiere”? Knapp daneben!

Einige Tierfreunde haben 1996 den Verein „Heimat für Tiere” gegründet. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Tieren die in Not geraten sind, eine Heimat zu geben. Was ganz klein mit drei Pferden, zwei Eseln und drei Schafen in einem provisorischen Stall begann, entwickelte sich zu einem großen Gnadenhof mit an die 200 Bewohnern. In einem Gespräch mit dem Leiter des Gnadenhofes, Daniel Zopfi, konnten wir noch einiges mehr herausfinden.

Revo: Was für ein Gedanke steht hinter eurem Projekt?

Die Tiere haben durch die Menschen unendlich viel Leid erfahren: Wir haben ihnen nicht nur ihren Lebensraum entzogen, wir quälen sie auch in Versuchslabors, in den Massentierställen, wir metzeln sie hemmungslos hin, im Schlachthof und bei der Jagd. Für uns hier bei „Heimat für Tiere“ sind die Tiere jedoch unsere Übernächsten, unsere Tiergeschwister. Sie sind vom gleichen Geist geschaffen und geliebt wie wir Menschen, es sind Geschöpfe Gottes, die wie wir Freude, Leid und Schmerz empfinden.

Unser Anliegen ist, im Kleinen wieder gut zu machen, was wir Menschen den Tieren an Leid zugefügt haben. Wir sehen es als einen Evolutionsschritt in die „Neue Zeit“, die vor uns liegt – das kommende Friedensreich, das Gott durch seinen Propheten Jesaja schon seit langem angekündigt hat und zu dem auch die Tierwelt gehört. Es beginnt, indem Mensch und Tier wieder Freunde werden. Damit diese Vision verwirklicht werden kann, bedarf es der tatkräftigen Mithilfe vieler Menschen, um zusammen etwas auf die Beine zu stellen.

 

Revo: Dann müsstet ihr alle Vegetarier sein…

Sind wir auch. Wir orientieren uns an der Bergpredigt und den Zehn Geboten, von denen eines lautet „Du sollst nicht töten.“ Wir sind der Überzeugung, dass sich dieses Gebot auf alles Lebende bezieht, also auch auf die Tiere. Außerdem wäre es ziemlich schizophren, einerseits Tiere zu pflegen und zu versorgen und dann beim Mittagessen ihre Artgenossen zu verspeisen.

 

Revo: Wer kann (seine) Tiere bringen?

Die meisten Tiere, die bei uns leben, sind in eine Notsituation geraten (immer aufgrund von uns Menschen), sie kommen über Tierschutzvereine, Veterinär Ämter, aber auch von Privatpersonen.

Da wir sehr viele Anfragen zur Aufnahme von Tieren haben, sind wir gerade dabei, eine kleine Tiervermittlung aufzubauen.

Info an alle, die sich ein Haustier anschaffen wollen: Bitte nie im Zoofachhandel oder bei Züchtern Tiere kaufen. Ruft bitte im Tierheim oder bei uns an. Es gibt unendlich viele Tiere die ein Zuhause suchen.

 

Welche Arten von Tieren sind den schon bei euch Zuhause?

Zu den Pferden, Eseln und Schafen am Anfang kamen im Laufe der Zeit Ziegen, Kühe, Hunde, Katzen, Kaninchen, Lamas, Alpakas, Hängebauchschweine, Hochlandrinder, Wildschweine, Füchse, sowie Pfauen, Gänse, Enten, Hühner und Tauben. Natürlich leben auch ein paar Mäuse bei uns auf dem Hof…

 

Und woher bekommt ihr das Futter für die Tiere?

Unsere Tiere erhalten hochwertige Nahrung, so wie wir sie uns auch für uns Menschen wünschen. Wir bekommen Getreide, Gemüse und Obst von den nahegelegenen Höfen, die ihre Felder im Friedfertigen Landbau bewirtschaften, also ohne Chemie und ohne Mist und Gülle. Tiere, die von Haus aus Fleisch brauchen, z. B. unsere Katzen, erhalten dies in der notwendigen Dosierung – man muss bei der Umstellung auf pflanzliche Nahrung sehr behutsam vorgehen.

Wir achten auch darauf, dass wir unseren vierbeinigen oder gefiederten Freunden das Futter nicht einfach hinwerfen, sondern es ihnen in schönen Schalen herrichten. Wenn man den Tieren einmal beim Essen zusieht, merkt man nämlich, dass sie sehr viel Stil haben und richtig gepflegt essen – ich glaube so mancher Zweibeiner könnte noch so einiges von den Tieren lernen. Wir betreuten vor einiger Zeit ein verletztes Reh, ich war völlig fasziniert wie fein und anmutig die Rehe essen …

Auch erhalten wir einige Produkte von der Firma "Gut für Tiere". Sie stellt hochqualitative, vegane Tierlebensmittel her. Da gibt es z.B. vegetarische Hundenahrung wie Hundeschleckli, das als fertige Mahlzeit den Nährstoffbedarf des Hundes deckt, ohne dass ein Tier dafür getötet wird.

 

Kann man euch eigentlich besuchen?

Einmal im Jahr haben wir den „Tag der offenen Stalltüre“. Hier sind alle Tierfreunde aus nah und fern eingeladen. Aber auch einzelne Besucher sind nach Terminvereinbarung jederzeit willkommen.

 

Und wie finanziert ihr euch eigentlich?

Das ganze Projekt wird durch Spenden getragen. Wir sind als gemeinnütziger Verein anerkannt und dürfen Spendenbescheinigungen ausstellen. Viele Tierfreunde helfen mit als Fördermitglieder, durch Einzelspenden oder Tierpatenschaften.

Noch zum Schluss eine ganz andere Frage: Habt ihr Änderungen im Verhalten der Tiere bemerkt, wenn die Menschen den Tieren so wohlgesonnen sind, wie es bei „Heimat der Tiere“ der Fall ist?

Man kann ja oftmals an dem Verhalten der Hunde einiges über ihre Besitzer erfahren. Ich beobachte oft, dass sich nicht nur Hunde, sondern alle Tiere entsprechend ihrem Umfeld verhalten und somit bei einem freundschaftlichen und respektvollem Umgang ihr Wesen total verändern, dass sie ihre natürliche Art wieder entwickeln, ihre Scheu ablegen, dass sie gerne die Freunde der Menschen sein möchten.

 Problematisch ist, dass die meisten Menschen nur Tiere halten, weil sie davon einen Nutzen haben – sei es als Prestigeobjekt, als Freizeitvergnügen, weil ihnen sonst keiner zuhört, oder als lecker gewürztes und gebratenes Abendessen. Dass dadurch die Tiere verhaltensgestört, krank oder sogar aggressiv werden, ist doch total logisch. Ich glaube es ist höchste Zeit, dass wir Menschen als sogenannte Krone der Schöpfung einen neuen Umgang mit den Tieren lernen.

Helft mit!! Um die laufenden Kosten zu decken, benötigt „Heimat für Tiere“ noch viele Tierfreunde, die das Projekt regelmäßig mit einem kleineren oder größeren Betrag unterstützen. Das Spendenkonto ist 240680876 bei der Sparkasse Mainfranken Würzburg, BLZ 790 500 00.

Die Auslandskonten sowie weitere Infos über die Ziele und Aufgaben erfahrt ihr im Internet unter www.heimat-fuer-tiere.de oder einfach anrufen: 09398-998955.


Buchtipp: Du das Tier, du der Mensch
- Wer hat höhere Werte?

Dieses Buch eröffnet einen neuen Blick auf die Tiere, unsere „Übernächsten“, und unser Verhältnis zu ihnen. Hier ein paar Auszüge:

„"Was der Mensch den Übernächsten [den Tieren] angetan hat und antut, das fiel und fällt auf ihn zurück. Gleiches oder Ähnliches wird er zu erdulden und zu erleiden haben. ... Das ist die bittere Medizin, die er selbst zu schlucken hat.“ (S. 56)

„Das Verhalten der Tiere in der freien Wildbahn kann nicht als charakteristischer Maßstab für ihr wahres, ursprüngliches Wesen genommen werden. Auch die Verhaltensweisen der Tiere in der freien Natur werden von dem bestimmt, was sie in ihre Teilseelen aufgenommen haben – unter Umständen auch von der Landesaura, den atmosphärischen Bildern des Landes und den Gedanken- und Leitmagneten, die noch in den Ländern wirksam sind, in denen die Tiere leben.“ (S.76)

„Ein Mensch wird dann zum guten Beobachter seines Übernächsten, wenn er nicht auf sich bezogen lebt, sondern in allem das Leben in Gott achtet. Solche Menschen erspüren in allen Lebensformen, einerlei wie sie sich auf der irdischen Ebene zeigen, das Innere Leben, den Schöpfungsfunken, Gott. Sie werden sodann alles Sein mehr und mehr achten und schätzen."“

Erhältlich bei: Verlag DAS WORT GmbH, www.das-wort.de, Tel.: 09391/504-135

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