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Weltjugendtag-Extra:

Revo-Meldung zum Weltjugendtag in Köln 2005


REVO-MELDUNG ZUM WELTJUGENDTAG:

„Hallo Jugend,
lasst Euch nicht verschaukeln!“

Woher kommt eigentlich das Geld für den katholischen Weltjugendtag?
Und: Woher kommt es nicht? Ein kritischer Blick hinter die Kulissen des Weltjugendtages in Köln 2005 ...

„Papst sagt der Armut den Kampf an: Papst Benedikt XVI. hat … die Kirche aufgerufen, die Mauern zwischen Arm und Reich niederzureißen.“ (1)

Eine Schlagzeile im Vorfeld des Weltjugendtages, die auf den ersten Blick zur Botschaft der christlichen Nächstenliebe und Barmherzigkeit passt. So weit, so … aber: Predigen kostet nichts. Was die Welt verändert, sind christliche Taten.

Zum Weltjugendtag:
egozentrische Tendenzen überwinden

Das sollte dem Vatikan als Besitzer des zweitgrößten Goldschatzes der Welt nicht weiter schwer fallen. Auch Kardinal Meisner, Kölner Erzbischof, Gastgeber des Weltjugendtages, wird da sicher im Sinne der Papsttreue ein Zeichen setzen wollen gegen Not und Armut in der Welt. Immerhin ist der Kölner Bischofstuhl der reichste der Bundesrepublik: Allein eine seiner Firmenbeteiligungen ist geschätzte 950 Mio. Euro wert (2). Da dürfte es Kardinal Meisner wohl auch in finanzieller Hinsicht leicht fallen, die Worte seines obersten Hirten zu beherzigen, nämlich „dass man sich und seine selbstsüchtigen, egozentrischen Tendenzen überwindet und über sich selbst hinausdenkt.“

Ob der Vatikan zahlt? Ungewiss ...

Wie sieht es da zum Beispiel mit der Finanzierung des Weltjugendtages aus, der ja die Völker verbinden soll? Pressesprecher Matthias Kopp dazu: „Wir bemühen uns um eine Drittelung der Kosten.“ (3) Die Kosten, das sind etwa 90 Mio. Euro, folgendermaßen aufgeteilt:

  • 1/3 über Teilnehmer-Beiträge
  • 1/3 über Sponsoren, Spenden und Merchandising-Produkte
  • aus öffentlichen Kassen: 7,5 Mio. vom Bund, 3 Mio. Euro vom
    Land Nordrhein-Westfalen, 1,2 Mio. Euro von der Europäischen Union
    (also auch von den nicht-katholischen Steuerzahlern!)
  • von der katholischen Kirche: ein Darlehen von 26 Mio. Euro

„Ob sich der Vatikan, der zu dem Event einlädt, an den Gesamtkosten beteiligt, sagt Matthias Kopp nicht.“ (3)

Die Fakten sprechen also eine ganz andere Sprache als Benedikt XVI. in seiner Predigt: Dem katholischen Klerus sind die Jugendlichen nicht einmal einen Bruchteil seines gigantischen Vermögens wert, Unterstützung gibt es höchstens in Form von Krediten und Beihilfen zu den Reisekosten. Vielleicht weil die katholische Kirche in Deutschland Geldsorgen hat?

Geldsorgen!?

Der Kölner Generalvikar Norbert Feldhoff dazu: "Ich bin dagegen, dass man die Finanzsituation als schlecht bezeichnet. Die Schwierigkeit ist, mit weniger auszukommen. Das fällt reichen Leuten auch schwer. Ich sage immer: Es ist die Schwierigkeit zu entscheiden, ob man das Zweithaus in der Schweiz oder in der Eifel aufgibt – eines muss man aufgeben. Und in dieser dramatischen Situation befinden sich die Kirchen."

Der immer noch reiche katholische Klerus hält sich also vornehm zurück. Aber siehe da: Beim „fundraising“ (neudeutsch für Geldeintreiben) funktioniert die „Kirche von unten“ plötzlich: Da werden Jugendliche dazu aufgerufen, Reifen zu wechseln, Lotterien zu veranstalten, Brötchen zu verteilen, in Fußgängerzonen Popcorn zu verkaufen, …

Ausgefeilte Strategie

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDJK) in München und Freising (Papst Benedikt XVI. war hier einmal Bischof) organisiert unter anderem ein Schafkopf-Turnier, um Jugendliche aus armen Ländern zum Weltjugendtag einzuladen.

Wow! Welch ausgefeilte Strategie: Die eigenen Milliarden-Vermögen geschickt verschleiernd gelingt es den Vertretern der katholischen Kirche doch immer wieder, gutwillige Menschen zum Einsatz für „das Gute“ zu animieren, wobei „das Gute“ meist direkt oder indirekt wieder einem kirchlichen Zweck dient.

Das Gold der Monstranzen und Altäre ...

Die katholischen Millionen und Milliarden den wirklich Bedürftigen zukommen lassen? Fehlanzeige. Die mit päpstlichen Segen ausgebeuteten und geschundenen Völker Südamerikas und Afrikas aus dem Kirchenschatz entschädigen? Undenkbar. Das Gold der Monstranzen und Altäre einschmelzen und den Hungernden geben? Frevel am Kulturgut!

Stattdessen wird mit tatkräftiger Unterstützung der Medien (die sich in Deutschland übrigens eines ausgeprägten kirchlichen Einflusses erfreuen) das Bild der „christlichen“ Gutmenschen-Organisation hochgehalten. Doch im Alltag der Menschen bleibt alles beim Alten, die Armut und Ungerechtigkeit der Welt nimmt eben durch hohle Worte und oberflächliche Aktionen kein Ende.

Deshalb unser Appell:
„Hallo Jugend, lasst euch nicht verschaukeln!“

Lasst euch nicht vom Kölner Weltjugendtags-Papst-Spektakel blenden! Den Kirchenoberen ging es schon immer und geht es auch heute noch um die Vermehrung ihres Vermögens und den Erhalt ihrer Macht. Die christliche Botschaft des Jesus von Nazareth wird dabei nur als Deckmantel missbraucht.

Gott ist Wahrheit! – deshalb: Kirche nein.
Kirchenaustritt jetzt!

(Die gesparte Kirchensteuer lässt sich ja zum Beispiel direkt für Hilfsprojekte spenden.)

 


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Quellen:
(1) http://www.wiesbadener-kurier.de/politik/papst/objekt_benedikt.php3?artikel_id=1900499
(2) http://www.carstenfrerk.de/finanzen.htm
(3) http://www.wdr.de/themen/homepages/weltjugendtag_2005.jhtml?rubrikenstyle=weltjugendtag_2005

 


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