»Mathe
kapier’ ich nicht. Ich kapier’ Mathe einfach nicht. Für Mathe bin ich zu
doof«. In der Schulaufgabe schreibe ich dann eine Fünf. Schlußfolgerung:
»Na bitte! Hab ich doch gewußt, daß ich für Mathe zu
blöde bin«. Vermutlich werde ich mir mein Leben lang alles, was mit
Zahlen zu tun hat, vom Leibe halten und es zum Beispiel anderen überlassen,
die Steuererklärung zu machen oder Preisvorteile auszurechnen.
Oder: »Wow! Manche können toll reden und sind
überall beliebt. Haben sämtliche Fähigkeiten, die man sich wünschen
kann und viele Freunde. Und ich? Wenn ich was sagen will, stottere ich herum
und stehe plötzlich blöd da. So ist das halt. Ich bin eine Null auf
der ganzen Linie, der Prototyp eines Versagers. Beispiele hierfür widerfahren
mir täglich«. Das Ergebnis nach einigen Jahren: Wenn ich mit selbstbewußten
Menschen zusammenkomme, ziehe ich mich zurück, lasse ihnen den Vortritt
und bekomme schlechte Laune. Wenn mir etwas schwierig vorkommt, wage ich mich
gar nicht erst ran, sondern lasse es andere machen. Ganz automatisch.
Was spielt sich ab? Meine Selbstzerfleischungsgedanken
haben sich verselbständigt. Ich habe mir lange genug eingeredet, daß
ich untauglich, unfähig und unbeliebt bin. Nach einiger Zeit lehne ich
selbstbewußte Menschen grundsätzlich ab, obwohl ich sie vielleicht
gar nicht kenne. Ich bin dann vom Unterbewußtsein, von meinen eigenen
immer wieder gedachten Gedanken gesteuert.
Wollen wir dieses Spiel mitmachen und irgendwann wie ein
Roboter sein, der auf einen bestimmten Input immer mit demselben Output reagiert?
Oder wollen wir der Herr im eigenen Haus sein und unser Leben in die Hand nehmen?
Wohlgemerkt: Gemeint sind nicht irgendwelche Techniken
des sogenannten »positiven Denkens«. Es geht nicht darum, sich jeden
Morgen vorzusagen: »Ich bin reich, schön und erfolgreich« und
zu warten, bis einem das Glück in den Schoß fällt. Vielmehr
sollten wir unserem Unterbewußtsein, unseren immer gleichen Reaktionen
und Gedanken auf die Schliche kommen. Tun wir das, solange wir noch jung
sind, können wir vermeiden, daß sie sich verselbständigen
und uns ein Leben lang bestimmen.
Und wenn wir dann wissen, wie wir nicht mehr denken wollen,
welche Fähigkeiten wir erlernen möchten, welche Eigenschaften wir
an uns fördern möchten, dann können wir uns diese neuen Ziele
Schritt für Schritt erarbeiten. Das kann zum Beispiel so aussehen: Ich
nehme mir am Morgen vor, mich in der Schule, bei der Arbeit oder im Freundeskreis
nicht zu verstecken, sondern meine Gedanken oder meine Meinung offen zu sagen.
Oder ich nehme mir vor, bei einer Rechnung oder einem Behördengang jemanden
zu bitten, es mir so zu erklären, daß ich es das nächste mal
alleine machen kann. Oder ich nehme mir vielleicht vor, zuverlässig, ehrlich,
mutig, oder tolerant zu sein - je nachdem. Das Verblüffende ist: Tagsüber
komme ich meist in genau die Situationen, in denen ich das lernen kann, was
ich mir vorgenommen habe. Du glaubst es nicht? Probier's aus! Sicher, ein bißchen
Überwindung kostet es schon, den einen oder anderen Vorsatz in die Tat
umzusetzen,
aber viele Jugendliche haben die Erfahrung gemacht: Wenn wir uns Gott ehrlich
zuwenden, ihm erzählen, was wir uns vorgenommen haben und ihn bitten, uns
in den Situationen des Tage beizustehen, dann klappt es mit der Zeit immer besser.
Schon bald wird dann Mathematik kein Schreckgespenst mehr für uns sein.
Auch machen uns selbstbewußte Menschen keine Angst mehr, weil wir uns
selbst neue Fähigkeiten, uns somit ein Stück Souveränität
erarbeitet haben. Wir ziehen uns dann auch nicht mehr zurück, sondern können
offen auf andere zugehen.
Hey! Wir sind Kinder Gottes, keine Schlaffis, Doofköppe
oder häßliche Entlein. Sagte nicht Jesus von Nazareth in seiner Bergpredigt:
»Werdet vollkommen, wie Euer Vater im Himmel vollkommen ist!«? Wann
und wo wollen wir damit beginnen? In einem Lied von Rio Reiser heißt es:
»Wann - wenn nicht jetzt, wo - wenn nicht hier, wer - wenn nicht wir?«
1. Bewußte Vorgänge: Unser Gedächtnis befindet sich in der Großhirnrinde. Dort spielt sich unser bewußtes Erleben ab; z.B. Denken, Wollen, Wahrnehmungen, Erinnerungen, bewußtes Körpergefühl, Muskeltätigkeit usw. Wichtig: Unser Oberbewußtsein beeinflußt das sogenannte lymbische System, unsere Innenwelt!
2. Hypophyse: Die Hypophyse ist unsere wichtigste
Hormondrüse. Sie steuert über ihre Hormone unseren gesamten Körper
3. Unbewußte Handlungen: Unsere Innenwelt
entspricht dem sogenannten lymbischen System, das mit dem Unterbewußtsein
vergleichbar ist. Dort befinden sich unsere Gefühls- und Empfindungswelt.
Von hier aus werden auch alle unbewußten Körperfunktionen und Handlungen
beeinflußt. Wichtig: Von hier aus werden Meldungen der Sinnesorgane an
das Oberbewußtsein weitergegeben.
Fazit: Auch die Medizin kennt die »Macht
der Gedanken«. Oft genug gedacht »sinken« unsere Gedanken
ins Unterbewußtsein ab. Sie beeinflussen über die Hypophyse unsere
Körperfunktionen und steuern über das lymbische System auch unsere
sogenannten bewußten Handlungen.
Manche Menschen behaupten schlicht, daß ein Tier
nichts fühlt und daß das Behandeln kranker Tiere überflüssig
sei,weil man für weniger Geld ein neues Tier bekommt. Anderen hingegen
jagt es einen Schrecken ein, wenn sie solche Aussagen hören. Ist es für
sie doch selbstverständlich, daß ein Tier ein Individuum und nicht
so leicht zu ersetzen ist.
Die Wissenschaft rätselt und forscht: Können
Tiere fühlen? In Käfigen, auf engstem Raum eingesperrt, verbringen
viele Tiere ihr Dasein, damit der Mensch erforschen kann, ob ein Meerschweinchen
rot und grün voneinander unterscheiden kann, ob Ratten aus Erfahrung lernen,
wie das Vergessen bei ihnen funktioniert, oder noch viel Schlimmeres.
Stellt sich ein vernünftiger Mensch mit ein wenig Verstand da nicht die
Frage andersherum, nämlich: »Denken und fühlen wir Menschen
überhaupt noch? Wo bleibt das Gewissen, wenn Tiere leiden und oftmals an
den Folgen der Versuche sterben?« Ach so, eine Sache fühlt ja nichts
und kann ersetzt werden, so wie ein altes Auto eben durch ein neues ersetzt
wird. Oder? Doch wir wollen hier nicht näher auf die Grausamkeiten in den
Versuchslabors eingehen, sondern das Verhalten von uns ganz "normalen" Tierhaltern
einmal unter die Lupe nehmen: Wenn wir wissen wollen, ob Tiere fühlen
und uns verstehen, sollten wir uns vielleicht erst einmal fragen, ob wir in
der Lage sind, die Tiere zu verstehen.
Ich möchte von einem Hund erzählen, zu dem ich
eine gute Kommunikation habe. Auch wenn er gar nicht im selben Raum anwesend
ist, kommen die Gedanken bei ihm an. Es ist mir schon mehrmals passiert, daß
ich dachte: »Ich gehe jetzt mit ihm spazieren.« Es dauerte keine
zwei Minuten, da stand er vor mir, freute sich und wedelte aufgeregt mit dem
Schwanz. Als ich nicht gleich reagierte, kam er immer wieder an, stupste mich
und rannte von mir weg. Dann drehte er sich nach mir um und überprüfte,
ob ich nachkomme. Er wiederholte dies, bis ich wirklich aufstand und mit ihm
ging. Und wo lief er hin? Schnurstracks zu seinem Schrank mit der Leine, stellte
sich davor und wedelte. Er hat genau gewußt, was ich gedacht habe - auch
ohne Worte! Und nun wollte er, daß ich es auch so schnell wie möglich
in die Tat umsetze.
Er ist ein recht selbständiger Hund und wenn er sich
mitteilen möchte, dann tut er es auch. Oftmals ist man als Mensch zu bequem,
sich Gedanken zu machen was das Tier jetzt möchte. Wenn er kommt, und ich
merke, daß er etwas will, gehe ich auf ihn ein und versuche, ihn zu verstehen.
Ich frage: »Onyx, was willst Du mir jetzt sagen?« Und wenn Frauchen
zu dumm ist, ihn zu verstehen, gibt er nicht auf, sich mitzuteilen. Manchmal
stupst er mich, läuft zu seinem Schrank, guckt abwechselnd ihn und mich
sehnsüchtig an - er möchte eine Kaustange. Manchmal möchte er
raus und eine Runde drehen, oder er hat jemanden gehört - selbst an den
verschiedenen Geräuschen der Autos erkennt er, wer kommt - den er begrüßen
möchte. Dann wiederum ist es eine Aufforderung zum Spiel.
Stellen wir uns vor, wir würden jedesmal, wenn er
kommt, ihn auf den Kopf tätscheln und sagen: »Ist ja gut, komm sei
still, leg dich wieder hin, ich habe jetzt keine Zeit.« Vielleicht würde
er es die nächsten Male noch einmal versuchen, doch irgendwann würde
er abstumpfen. Vielleicht sagt er sich dann: »Frauchen/Herrchen verstehen
mich nicht. Sie kapieren nicht, daß ich mit ihnen spreche. Es hat keinen
Sinn, ihnen etwas zu sagen.“ Und dann nimmt er es eben hin. Er versteht zwar,
wenn Herrchen sagt: »Gassi gehen, es gibt Essen, leg dich hin , bei Fuß......«
und ist zur Stelle, aber er selbst teilt sich nicht mehr mit, weil man auf seine
Sprache nicht eingeht.
Deswegen, finde ich, sind wir als Menschen gefordert.
Es liegt in unserer Verantwortung, wie wir mit den Tieren zusammenleben, denn
immerhin sind sie ja auch Geschöpfe Gottes. Halten wir sie nur für
unseren Nutzen nach dem Motto: Wollen wir unsere Ruhe, dann muß es still
sein, brauchen wir Streicheleinheiten und Liebkosungen, dann muß das arme
Tier herhalten. Haben wir Kummer, dann schütten wir ihn über dem Tier
aus. Und das Tier? Es ist ein geduldiger Zeitgenosse. Doch wir haben es in der
Hand, ob wir es zur Sache herabwürdigen, zum menschlich geprägten,
abgestumpften Hund oder zum freien Wesen, das uns beisteht, das gelehrig zu
uns aufschaut, mit uns durch dick und dünn geht und das sich uns mitteilt,
weil es uns als großen Bruder und als große Schwester sieht, die
es liebt, weil es verstanden
wird.
Kommentärchen: Ist der Mensch nicht auch ein Säugetier? Beim Lesen des Artikels wurde mir ganz anders. Was, wenn solche Viren tatsächlich im »Freilandversuch« oder gezielt eingesetzt werden würden? BRAVE NEW WORLD!? Können wir in Zukunft dann unsere Kinder aus dem Katalog bestellen? Eigens angefertigte Wunschkinder aus der Retorte (blond, blauäugig, sportlich, 185 cm, IQ 120,...)? Für mich ist das eine Horrorvision! Ist die Welt denn noch zu retten? Mir bleibt die Hoffnung, daß, wenn sich viele einzelne ändern und nach höheren ethisch- moralischen Werten streben, doch noch nicht alles zu spät ist! Wir, jeder einzelne hat es in der Hand - auch Du!
Den Artikel »Christlich in - Christus out?«
finde ich nicht besonders gut. Für mich kommt in einigen Abschnitten so
etwas der Moralzeigefinger durch. Genauso machen es viele Erwachsenen. Meine
Erfahrung ist: Viele Jugendliche interessiert es nicht, wie Theo Waigel über
das Neue Testament denkt oder was die Kirchen alles so Böses anstellen.
Das hat nichts mit dem Leben und Problemen der Jugendlichen zu tun. Gut fand
ich hingegen »Die 10 Goldenen Regeln im Umgang mit Blinden« und
»Bergpredigt live«!
Sven H., Chemnitz
Heute morgen habe ich mit wachsendem Interesse in der
neuen Zeitschrift geschnuppert. Der frische Wind Eurer Beiträge hat mich
so begeistert, daß ich spontan zur Schreibmaschine gegriffen habe, um
Euch zu danken und zu ermuntern, in diesem Stil fortzufahren.“
A. G., Michelrieth
Anmerkung der Redaktion:
Vielen Dank nochmal für die kleine Finanzspritze!
Wird für die Druckkosten der nächsten Ausgabe verwendet!
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