Revolution durch die Bergpredigt:
No future? - Jugendliche, verändert
die Welt!
An der Zukunft kommt keiner vorbei. Was wird sie bringen?
Die meisten Jugendlichen sehen der Zukunft mit gemischten Gefühlen entgegen,
das ergab die neuste Studie der Shell AG.
"Der geistige Revolutionär Christus" wollte es genau
wissen. Einige Redakteure befragten Jugendliche in der Frankfurter Innenstadt
zu diesem Thema. Und das kam dabei heraus:
"Vor Arbeitslosigkeit hab' ich Angst. Ich habe jetzt zwar
eine Lehrstelle, aber 24 andere aus meiner Klasse noch nicht!" - "Ob ich übernommen
werde, das steht in den Sternen."
"Atomversuche - das macht mir Angst."
"Ich habe Angst vor Krieg." - "Auch hier in Deutschland?"
- "Ja!"
Arbeitslosigkeit, verseuchte Umwelt, soziale Ungerechtigkeit
- müssen wir uns als Jugendliche mit all dem abfinden, oder können
wir etwas dagegen tun? Und wenn ja, was? Über diese Fragen sprachen am
15. Juni rund 50 Jugendliche beim öffentlichen "Gespräch über
Gott" in den Würzburger Greisingsälen: "No future? Jugendliche, verändert
die Welt! Revolution durch die Bergpredigt", hieß diesmal das Thema. Schon
beim Aufhängen der Plakate gab es erste Reaktionen von jugendlichen Passanten:
"Jugendliche, verändert die Welt? - Was können Jugendliche denn schon
verändern! Das können doch nur die Politiker!"
Tatsächlich?
Immer wieder gab es in der Geschichte Beispiele dafür,
daß Menschen sich mit gesellschaftlichen Mißständen und Ungerechtigkeit
nicht einfach abgefunden haben. Sie haben ihr Schicksal nicht den Politikern
überlassen und gewartet, daß sich etwas ändert, sondern sie
sind selbst aktiv geworden. Es gab zum Beispiel immer wieder Revolutionen -
die Französische Revolution, die Russische Revolution von 1917 - oder auch
einzelne Menschen, die versucht haben, die Welt zu verändern: Gandhi in
Indien und Martin Luther King in den Vereinigten Staaten. Doch waren die Veränderungen
von Dauer? "Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit" hatten
sich die Revolutionäre der Französischen Revolution auf die Fahnen
geschrieben. Sie entmachteten den König, doch einige Jahre später
setzten sie einen neuen auf den Thron - und aus war's mit der Demokratie
. Oder Gandhi: Er predigte Gewaltlosigkeit, lebte sie vor und viele machten
mit. Doch nach seinem Tod brach zwischen Moslems und Hindus der alte Haß
wieder auf. Waren die Revolutionen und Friedensbemühungen also vergeblich?
Sicher nicht. Doch haben die Menschen offenbar nicht gelernt, nach ihren friedlichen
Prinzipien auch zu leben. Hatten diejenigen Revolutionäre, die Freiheit,
Gleichheit und Brüderlichkeit auf ihrem Banner stehen hatten, diese Werte
für sich selbst in die Tat umgesetzt? Oder hatte jeder sein eigenes Bild
von Freiheit und Wohlergehen und meinte dabei nur sein eigenes Wohlergehen und
seine eigene Freiheit? Ist es zum Beispiel "brüderlich", die Königsfamilie
brutal umzubringen, wie es beispielsweise in der Französischen Revolution
geschah? Irgendetwas ist offensichtlich schief gelaufen. Geht es denn nicht
auch anders?
Ein Mensch, den man als den größten geistigen
Revolutionär der Geschichte bezeichnen kann, ist Jesus von Nazareth. Denn
was gibt es Revolutionäreres als die Bergpredigt?
"Liebet eure Feinde, tuet Gutes denen, die euch hassen."
"Wenn dir einer auf die rechte Wange schlägt, halte
ihm auch die linke hin."
"Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet."
"Entferne zuerst den Balken im eigenen Auge, bevor du
dich daran machst, den Splitter im Auge deines Bruders zu entfernen."
Und der zentrale Satz, der alle vorhergehenden zusammenfaßt:
"Was du willst, daß dir die Leute tun sollen,
das tu du ihnen zuerst."
Oder: "Was du nicht willst, daß man dir tu, das
füg' auch keinem andern zu."
Als die Jugendlichen im "Gespräch über Gott"
auf Jesus von Nazareth zu sprechen kamen, waren zwar viele davon überzeugt,
daß die Bergpredigt eine tolle Sache ist - doch kann man damit die Welt
verändern? Offenbar schon:
Ein Jugendlicher sagte beispielsweise: "Ich kann nicht
gleich die Welt verändern oder die Gesellschaft - da fühle ich mich
wie ein Würmchen. Aber ich kann mich verändern, kann nachsehen, ob
nicht einige Fehler der Gesellschaft auch bei mir zu finden sind. Und ich bin
ja ein Teil der Gesellschaft."
Eine andere Stimme: "Ich glaube, daß das Gute immer
Kreise zieht. Zum Beispiel habe ich bemerkt, daß , wenn ich toleranter,
zuverlässiger oder verständnisvoller bin, sich dann auch die
Menschen verändern, mit denen ich zu tun habe. Es ist wie eine Kettenreaktion."
Kann sich also auf dieser Welt etwas ändern, wenn
einige Menschen sich zusammenschließen und das umsetzen, was in der Bergpredigt
steht? Könnten wir nicht zum Beispiel Krieg verhindern, wenn wir uns selbst
weniger kriegerisch verhalten?
Gerade als Jugendliche haben wir viele Ideale, wir
haben noch Power und sind noch nicht so eingefahren! Das sollten wir wach halten
und bewahren, so die übereinstimmende Meinung aller Anwesenden - egal welcher
religiösen Überzeugung. Nicht abstumpfen also!! Sondern zu selbständigen
Menschen werden, die sich nicht an anderen Menschen orientieren und ihnen mehr
oder weniger blind nachrennen, sondern die sich an ihrem Gewissen orientieren,
sich positive, ethische Werte vorgeben und versuchen, danach zu leben!
Tip: Siehe auch "Der Jugendliche
und der Prophet"
Landwirschaft ist einfach genial. Ich arbeite auf einem
Bauernhof in Ruppertzaint bei Arnstein und mache eine Ausbildung als Landwirt.
Was mir am meisten gefällt, ist die Vielseitigkeit
der Arbeit. Im Winter reparieren wir die Schlepper, wechseln Öl, schweißen
und bringen den Hof in Ordnung. Im Sommer läuft dann alles auf Hochtouren:
Das Getreide wird gedroschen und gelagert, die Ernte steht an: Wurzelgemüse,
Tomaten, Salate, Radieschen und Rettich.
Es ist eine Fülle! Und so wie die Natur im Sommer mehr Einsatz
bringt, arbeitet auch ein Landwirt in dieser Jahreszeit mehr. Als Landwirt ist
man viel draußen und hat Kontakt mit der Natur. Man genießt die
Felder, die warme
Sonne oder den angenehmen Duft der Erde,
wenn es anfängt zu regnen. Auch sieht man viele Tiere: Hasen, Wildschweine,
Mäuse, Vögel und Rehe. Richtig spannend ist es, nach der Aussaat zu
warten, bis der Same keimt. Meistens werden nach einem Regen plötzlich
die Reihen sichtbar. Da staune ich immer wieder. Wir sind hier auf dem Hof immer
in Kontakt mit den Elementen. „Schönes Wetter“ ist sehr relativ. Manchmal
fiebere ich und wünsche mir Regen,
damit die Keimlinge nicht austrocknen. Oder ich denke: Heute könnte Wind
kommen, um die Erde zu trocknen, damit wir nachmittags aufs Feld gehen können.
Was total Spaß
macht ist, daß man als Landwirt immer experimentieren kann. Ich hatte
zum Beispiel dieses Jahr Lust, einmal etwas anderes anzubauen, eine andere Gemüsesorte:
Schwarzwurzel! Also habe ich Informationen gesammelt und es einfach ausprobiert.
Wenn alles klappt, werden wir im Herbst die ersten Schwarzwurzeln genießen!
Als Landwirt braucht man viel Gespür.
Es gibt keine festen Regeln, keine Normen, die unbedingt erfüllt werden
müssen. Es gibt Erfahrungswerte, doch auch die ändern sich mit der
Zeit. Alles ist in ständiger Evolution.
Auch mir keiner, wann ich zu säen habe. Sicher weiß man, welche Kultur
in welcher Jahreszeit gesät wird, aber man muß dann spüren,
ob der Boden o.k. ist, wie die Feuchtigkeit ist, eben ob heute der richtige
Zeitpunkt für die Aussaat ist. So mache ich meine Erfahrungen und notiere
sie in ein Heft. Mit der Zeit habe ich dann meine eigenen Erfahrungswerte! Wie
ihr merkt, ist die Landwirtschaft ein sehr großer Bereich und hat Zukunft!
Weil wir alle uns ernähren müssen, heute und auch morgen!
Eigentlich gäbe es noch viel zu erzählen, doch
ich habe einen Vorschlag: Wenn ihr an diesem Beruf Interesse
habt oder wenn ihr einfach die Landwirtschaft näher kennenlernen wollt,
dann kommt einfach mal vorbei!
Christus, ein geistiger Revolutionär - viele wird
diese Aussage zunächst verwundern, weil sie abweicht von dem Bild, das
viele von Christus haben. Allgemein bekannt ist, daß Jesus ein Mensch
war, der die Gottes- und Nächstenliebe lebte. Soweit, so gut. Aber
was bedeutet eigentlich Nächstenliebe? Was
bedeutet es, den Nächsten genauso wie sich selbst zu lieben, ja sogar seinen
Feinden liebevoll zu begegnen? Wer dies auf sein Leben bezieht, wird merken,
daß es manchmal gar nicht so einfach ist. Abweichend von der Lehre der
Amtskirchen ist folgendes: Nächstenliebe ist nicht, eine gute Mine zum
bösen Spiel zu machen. Wenn ich jemandem ein freundliches Gesicht zeige,
obwohl ich schlecht über ihn denke - das ist keine Nächstenliebe!
Wenn ich alles um des lieben Friedens willen runterschlucke, weil es zunächst
der bequemere Weg für mich ist - das ist auch keine Nächstenliebe.
Heißt es nicht, daß ein wirklich guter Freund mir auch unangenehme
Dinge sagen kann, die mir letztendlich weiterhelfen? Ich kann dann, wenn ich
möchte, mein Verhalten überdenken oder sogar korrigieren.
Wie ist es Christus vor nahezu 2000 Jahren ergangen? Man
kann davon ausgehen, daß die Menschen damals ähnliche Probleme hatten,
wie wir heute. Christus sagte uns: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Folget mir nach!" Er war ein Mensch mit Durchblick. Hätte er die Zustände
auf dieser Welt hinnehmen sollen? Hätte sich dadurch etwas geändert?
Christus hat die Mißstände der damaligen
Zeit angesprochen und seine Worte sind bis heute noch so aktuell wie damals.
Wie ein guter Freund hat er uns dazu angehalten, unser Verhalten zu überdenken
und zu korrigieren. Und er hat uns einen Weg gezeigt, wie wir mit unseren Mitmenschen
in Frieden leben können - nämlich wenn wir unser Leben mehr und mehr
nach den 10 Geboten und der Bergpredigt ausrichten. Und genau das ist das Revolutionäre.
Revolution im Geiste Christi heißt, erstmal bei sich selbst anzufangen
und zu fragen: "Was kann ich in meinem Leben ändern?" Wenn alle darauf
warten, daß der andere etwas ändetrt, tut sich in dieser Welt nämlich
gar nichts!
Der Jugendliche fragt den Propheten: "Was ist
wesentlich, um ein wertvolles ethisches, moralisches Leben führen zu können?"
Der Prophet antwortet: "Zuerst einmal wäre
es wichtig, sich selbst zu fragen: Was will ich überhaupt? Will ich anders
sein, als die Masse ist? (...) Will ich in der besinnungslos treibenden und
getriebenen Masse "Gesellschaft" untertauchen? Will ich also mit dem Strom der
Zeit schwimmen (...)? Oder will ich ein unabhängiger, charakterfester Mensch
werden oder sein, der durch den Aufbau seiner inneren, uneigennützigen
- gleich selbstlosen - Werte zu einem Fels im brandenden Gewoge der Massengesellschaft
zu werden vermag?
Und weiter: "Du fragst nach den höheren ethisch-moralischen
Werten. Beginnen wir mit der kleinsten Dosis, um diese dann immer höher
zu stecken. Bemühe dich, deinen Mitmenschen zuzuhören, und versuche,
ihnen eine ehrliche Antwort zu geben. Nimm dich im Gespräch nicht so wichtig.
Sei kein Besserwisser, sondern überlege, ob du den Fragen wirklich gewachsen
bist und mit einer Antwort helfen kannst. (...)
Begrüße deine Mitmenschen mit offenen Gedanken
und Worten, und sei dir bewußt, daß auch du so gegrüßt
werden möchtest: mit offenem und klarem Gesicht. Bist du in der Schule
oder im Beruf, dann mache keine Witze über deine Lehrer oder Lehrerinnen
oder Vorgesetzten, auch nicht über deine Mitschüler und deine Kollegen.
Willst du, daß sie sich über dich lustig machen? (...) Sende deinen
Mitmenschen keine haß- und neiderfüllten Gedanken, denn du selbst
willst auch nicht, daß andere dir dies antun. Zwinge sie nicht, das zu
tun, was du möchtest oder selbst tun könntest." (Seite 29/30)
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Im Mai konnte man es in der Zeitung lesen: Unser aller Bundeskanzler Kohl beklagt "bei der Jugend einen Werteverlust" (Main-Post). Weiter wird zitiert: "Kohl hatte gesagt, die Bundesrepublik sei in der Lage, alle wirtschaftlichen Schwierigkeiten in absehbarer Zeit zu lösen, ihr eigentliches Problem sei aber ein immaterielles. Dazu müsse bei der Erziehung wieder ein grundlegender Wertekonsens vermittelt werden. Die Schulen müssen überall Religionsunterricht anbieten." Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Rolf Wernstedt, nannte Kohl einen "Jugendbeschimpfer".
Kommentärchen:
Moment mal! Jetzt wirft der Bundeskanzler uns Jugendlichen
vor, daß wir keine Werte hätten! Das ist ja wohl ein dicker Hund!
Von wem, bitte schön, hätten wir die denn lernen sollen? Von den Politikern
vielleicht, die zum einen seit Jahren an unserer schulischen und beruflichen
Ausbildung sparen, zum anderen nicht besonders viele anstrebenswerte Werte vorleben?
Oder von den Kirchenoberhäuptern vielleicht, die meinen, daß die
Lehre des Jesus von Nazareth, nämlich die Bergpredigt, sowieso nicht
lebbar ist? Oder von Pfarrern, die eher Schlagzeilen machen wegen Kindsmißbrauchs
und unehelichen Kindern?! Wo sind denn heute noch wirkliche Werte zu finden
und wo haben wir als junge Leute echte Vorbilder, an denen wir unser Leben
orientieren könnten?
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