»Gott ist aus der Kirche
ausgetreten!«
|
|
Was lehrt die Kirche in ihren Dogmen?
Hölle
und Fegefeuer
Nach unserem Tod kommen wir vor ein Gericht. Vor Gott
wird abgerechnet, ob wir in den Himmel kommen oder in die ewige Hölle,
»wo die Qualen kein Ende haben«.
Erbsünde
Der Mensch bzw. seine Seele wird bei der Zeugung geschaffen.
Weil Adam und Eva gesündigt haben (wir kennen die Geschichte mit dem Apfel!),
hat die Menschheit Gottes Gnade verloren und ist mit der Erbsünde
belastet.
Auferstehung
des Fleisches
Am jüngsten Tag werden wir mit unseren zuvor verstorbenen Körpern
- also fleischlich - auferstehen.
Der
Papst ist unfehlbar.
Er ist der Stellvertreter Gottes auf Erden und in Fragen der kirchlichen Lehre
unfehlbar.
Die
Bibel
Das Alte und das Neue Testament sind unmittelbar von Gott inspiriert.
Diese und andere Dogmen muß ein Katholik glauben - andernfalls wird er von der katholischen Kirche ausgeschlossen und hat keine Chance, in den Himmel zu kommen.
Jesus von Nazareth hat nirgends gesagt, daß er Dogmen will und sie auch nicht gelehrt.
Auch die Evangelischen glauben an diese Lehrsätze (außer
an die Sache mit dem Papst). Nach evangelischer Lehre kann man sich nicht einmal
aus freiem Willen für den "heilsnotwendigen Glauben" an Christus entscheiden.
Gott bewirke ihn angeblich im Menschen.
Wo er das nicht tut, muß der Mensch ewig in die Hölle.
Kommentärchen:
Auf ewig verdammt?
Jeder kann ja glauben, was er will. Aber darf man für sich in Anspruch
nehmen, daß dieser Glaube auch für alle anderen Menschen verbindlich
ist?
Genau dies tat und tut die Institution Kirche: In früheren Jahrhunderten
landeten Andersdenkende auf dem Scheiterhaufen, und ganze christliche (!) Glaubensgemeinschaften,
wie z.B. die Katharer, wurden in Kreuzzügen ausgerottet.
"Das war finsteres Mittelalter", mag man einwenden. Doch was damals galt, gilt
auch heute noch:
Wer nicht an die Unfehlbarkeit des Papstes, die jungfräuliche Empfängnis
usw. glaubt, ist auch heute auf ewig verdammt - denn die alten Dogmen gelten
immer noch und wurden nicht widerrufen.
Neulich sagte mir ein Arbeitskollege: "Also, ich glaube nicht an die Dogmen
der Kirche. Ich wäre am liebsten schon l„ngst ausgetreten. Aber meine Freundin
arbeitet in einem kirchlichen Kindergarten. Wenn ich austrete, würde sie
ihren Arbeitsplatz verlieren."
Kirchliche Riten entstanden aus vorchristlichen Kulten
Der katholische Theologe Alfred Loisy fand heraus, daá fast alle Riten und Zeremonien in Anlehnung an vorchristliche Kulte entstanden sind, also ihren Ursprung in griechischen, ägyptischen, antiken Bräuchen haben. Für seine Erkenntnisse und seine mühevollen Forschungen ist Alfred Loisy übrigens 1908 exkommuniziert worden.
Beispiel:
Der Marienkult
In vielen vorchristlichen Kulturen verehrte man Göttinnen, die oftmals
mit ihrem Sohn abgebildet sind - und der ist jungfräulich geboren: Semiramis
und Nimrod, Astarte und Baal, Isis und Horus.
Im Jahre 431 nach Christus wurde Maria auf dem Konzil von Ephesus - dem Heiligtum
der Gottesmütter (!) Artemis und Diana - zur sogenannten "Gottesmutter"
erklärt - um den dort lebenden Heiden, die an eine Göttin mit Sohn
glaubten, den Übertritt zum Christentum zu erleichtern.
Den ersten Christen war die Marienverehrung unbekannt. Die "unbefleckte Empfängnis"
wurde übrigens erst 1854 von Papst Pius IX als Dogma verkündet.
Und wie stand Jesus zu seiner Mutter? - Eine Frau rühmte die Mutter Jesu
und sprach zu ihm: "Selig der Leib, der dich getragen hat!" - Jesus antwortete:
"Selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen."
Übrigens sind Heiligenverehrung, Eucharistie, Altar, Ministranten, Händefalten,
Meßgewänder, Weihwasser, Weihrauch, Wallfahrten, Kanzel und der Reliquienkult
heidnische Elemente!
Wollte Jesus Priester?
Ein so wichtiges Wort wie »Priester« müßte doch irgendwo
in den Evangelien vorkommen, wenn Jesus von Nazareth Priester gewollt hätte
- kommt es aber nicht! Zu den jüdischen Priestern sagte er: »Ihr
sollt euch nicht Rabbi nennen, sondern ihr seid Brüder und Schwestern...«
Oder: »Wer unter euch groß sein will, sei der Diener aller...«
Übrigens wurden die »christlichen« Priester erst im 4. Jahrhundert
eingeführt.
Anm. d. Redaktion: Vielleicht braucht man Priester, weil die kirchliche Lehre
so kompliziert geworden ist, daß man studieren muß, um sie zu kapieren?!
Was wollte Jesus, der Christus?
Jesus wollte, daß alle Menschen Brüder und Schwestern sind, Kinder des ewigen Vaters im Himmel.
Jesus wollte, daß Frieden unter den Menschen wird - und er lehrte die absolute Friedfertigkeit. Von »Waffen in betenden Händen« (Kardinal Meisner) oder einem »Friedensdienst mit der Waffe« sagte er nichts! Zu Petrus sagte er: »Stecke dein Schwert ein ...«
Jesus lehrte den Jüngern keine Gebete auswendig, die sie jeden Sonntag aufsagen mußten. In der Bergpredigt sagte er: »Und wenn du betest, sollst du es nicht tun wie die Heuchler, die in den Tempel gehen, um gesehen zu werden. Wenn du betest, gehe in deine stille Kammer und sprich aus dem Herzen zu deinem Vater.« Von einem Fürsprecher, Heiligen oder einer »Mutter Gottes«, die als Mittler die Gottheit gnädig stimmen sollen, hat Jesus nichts gesagt.
Jesus sprach nicht von der Beichte! Er sagte: »Bereue
deine Sünden, bitte um Vergebung, mache wieder gut und sündige in
Zukunft nicht mehr.«
Was hat derjenige, dem ich großen Schaden zugefügt habe davon, daß
mir ein Pfarrer die Vergebung zuspricht?
Und ein gutes Gewissen habe ich doch erst dann, wenn ich den, dem ich etwas
angetan habe, um Verzeihung bitte - oder?
Das erste Gebot lautet: »Du sollst keine anderen Götter haben neben mir«. Das läßt sich nicht mit der Heiligenverehrung vereinbaren! Jesus sagte: »Liebe Gott, deinen Vater über alles und deinen Nächsten wie dich selbst.«
Jesus lehrte den liebenden Gott, den Vater, nicht einen Gott, der verdammt.
Jesus wollte, daß wir wieder zu Ebenbildern unseres Vaters im Himmel werden: »Werdet vollkommen, so wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.« Der Glaube allein genügt nicht: »Wer diese meine Lehre hört und tut sie, der ist ein kluger Mann, der sein Haus auf einen Felsen baut.«
Wer mehr wissen will...
Literatur zum Thema
Robert Kehl: »Geheimnisse der Kirche«
Karl-Heinz Deschner: »Abermals krähte der Hahn«
Dogmen, Riten, Zeremonien...
Wir befragten Jugendliche in der Würzburger Fußgängerzone:
»Ich gehe nicht in die Kirche. Es bringt mir nichts. Warum
ich überhaupt noch Mitglied bin? Als ich klein war, hatte ich noch nicht
genügend Durchsetzungsvermögen, um auszutreten. Und bei der Taufe
war ich ein Baby und konnte nichts dagegen tun.
Ich bin ein Mitläufer, ein Mitglied in einer Vereinigung, hinter der ich
gar nicht stehe. Wenn ich einmal eigenes Geld verdiene und Kirchensteuer zahlen
muß, trete ich aus.«
»Die Kirchen brauchen Dogmen, Riten und Priester, um ihre Machtposition
zu stärken.«
»Viele sind aus reiner Gewohnheit in der Kirche. Das gehört
zum öffentlichen Leben wie der Sportverein oder die freiwillige Feuerwehr.«
»Die Kirche hat nur so viel Macht, wie ihr das Volk gibt!«
»Warum setzt man eigentlich nicht seinen Verstand ein, wenn man dieses
religiöse Gebäude sieht und fragt: Was wollte Jesus von Nazareth?«
Ostern - oder: Alle Jahre wieder...
Ostern
- so erinnert man sich neben Osterhasen und Ostereiern auch noch schwach - Ostern
feiern wir, weil "Christus für uns gestorben ist". - Halt, stop:
Ostern ist er auferstanden! Gekreuzigt wurde er am Karfreitag, und an diesem
Kreuz hängt er fast das ganze Jahr.
Eine Abwechslung gibt es nur zu Weihnachten: Weihnachten wird er "alle Jahre
wieder" geboren. Man holt die Krippe mit Ochs und Eselein vom Dachboden und
legt das kleine Figürlein aus Wachs oder Plastik hinein. Also: In die Krippe,
ans Kreuz, in die Krippe, ans Kreuz... so geht das jahrein-jahraus. Erst der
Säugling, der noch nicht reden kann - dann der tote Mann am Kreuz, der
nicht mehr reden kann ...! Was war eigentlich zwischendurch? Was hat Christus
gesagt, als er reden konnte?
Das Wichtigste der Lehre des Jesus von Nazareth ist in der Bergpredigt zusammengefaßt:
"Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen..." oder: "Entferne
zuerst den Balken im eigenen Auge, bevor du dich um den Splitter im Auge
deines Bruders kümmerst..." Unbequeme Worte! So unbequem, daß die
gängige Auffassung in den Institutionen Kirche lautet: "Die Bergpredigt
ist eine Utopie und im gesellschaftlichen oder politischen Leben nicht anwendbar."
Also: Sorgt man lieber dafür, daß Christus nicht redet, oder?!
Wir meinen: Ostern ist das Symbol für die Auferstehung Christi. Auferstehung
bedeutet: Christus in unserem Leben lebendig werden zu lassen, indem wir tun,
was er lehrte.
Lesetip: "Der Prophet" Nr. 7: Das Leben der "Christen" im Jahreslauf. Kostenlose Broschüre, Bestellcoupon S. 4!
Was verdient eigentlich ein Priester?
| Pfarrer verdienen 8.000 DM pro Monat im Durchschnitt.
+ Keine Arbeitslosen- oder Rentenversicherung Bischöfe verdienen 15.000 bis 20.000 DM im Monat! + Wohnung, Haushälterin, Dienstfahrzeug und der Unterhalt
von bis zu drei unehelichen Kindern sind frei. |
Trennung von Staat und Kirche? Pustekuchen!
Zusätzlich zu den Kirchensteuern erhalten die Amtskirchen ca. 17 Mrd. DM staatliche Subventionen aus dem allgemeinen Steuertopf! Vom Staat (!) werden u.a. komplett (!!) bezahlt: + der kirchliche Religionsunterricht an öffentlichen
Schulen Zudem ist die Kirchensteuer von der Lohn- und Einkommenssteuer abzugsfähig. |
Serie »Bergpredigt live«:
Ein Schmarotzer kommt selten allein
Schmarotzer. Anders kann man es nicht nennen. Ich meine jene
Mitmenschen, die einem an sich recht lieb und teuer sind, aber einem durch einen
sehr unangenehmen Charakterzug das Leben schwer machen:
Sie lassen sich mit meinem Auto herumkutschieren, ohne einen Pfennig Benzingeld
zu bezahlen. Sie fühlen sich nicht bemüßigt, den Topf mit den
angekrusteten
Spaghetti-Resten
selbst zu reinigen, sondern hoffen auf einen Mitbewohner, der den Anblick nach
einer Woche nicht länger ertragen kann und ihnen die lästige Arbeit
abnimmt - auf mich zum Beispiel. Sie versprechen, sich um dringend anstehende
Dinge zu kümmern, können sich dann aber irgendwie doch nicht dazu
aufraffen, so daß der Job an mir hängen bleibt - wieder mal. Sie
haben tolle Ideen, legen Termine fest, organisieren, laden Leute ein - und wer
bitteschön macht die Vorbereitungen, den Kleinmist, wer rennt sich die
Hacken ab? Ich. Entschuldigung, aber ich koche! Innerlich versteht sich! Pascha,
kann ich da nur sagen, Schmarotzer! Schma - rot - zer!!!
Ich doch nicht!
Nun kann ich mich bei meinem Groll eines Gedankens nicht erwehren...!
Er macht sich - ohne zu fragen - in meinem Gehirn breit: »Ziehe zuerst
den Balken aus Deinem eigenen Auge, bevor Du den Splitter im Auge
Deines Nächsten herausziehen willst.« Bergpredigt live! Welchen Balken
denn bitte sehr? Wer hier der Schmarotzer ist, das liegt doch wohl auf der Hand!
Ich zahle schließlich beim Mitgenommenwerden brav den Solidaritätsbeitrag
fürs Benzin. Ich kratze meine dreckigen Töpfe selber aus und ... na
gut, was ich zusage, bleibt auch hin und wieder erst mal liegen. Hin und wieder
- das ist ja wohl keine Katastrophe. Okay, neulich - das war keine Meisterleistung.
Erst, nachdem ich mehrmals erinnert wurde, habe ich einer Zeitung einen versprochenen
Artikel dann doch wieder abgesagt - aus Zeitgründen. Für den Redakteur,
der sich drauf verlassen hat, spielten meine Zeitgründe allerdings keine
Rolle, denn der war erstmal der Angeschmierte. Das war nicht okay. Und
sonst? Wie handhabe ich das zum Beispiel mit meinen Ideen?
Sie kommen mir zuhauf ins Hirn und ich präsentiere sie gerne meinen Mitmenschen
- doch wenn es dann zur Sache geht, ans Wohnung dekorieren, Flur streichen,
Keller auf Vordermann bringen... wenn ich es dann gar selbst machen soll, ist
es mir auch nicht mehr so recht - weil mit Arbeit verbunden. Ein typischer
Fall von Schmarotzertum. Muß ich zugeben. Und wenn mein Auto spinnt, der
Fahrersitz kaputt ist oder das treue Gefährt sonstwo ein Wehwehchen hat,
telefoniere ich zugegebenermaßen erstmal mit meinem Vater, schildere die
schier ausweglose Situation, lasse mir Tips und vielleicht gleich einen Termin
in der Autowerkstatt geben und habe auch gegen eine kleine Finanzspritze im
Fall einer Reparatur gar nichts einzuwenden. Ich gebe auf - das ist Schmarotzen
hoch drei. Der Spaghetti-Topf dagegen eine Schusseligkeit, über die man
wirklich mal hinwegsehen kann.
Prototyp Schmarotzer
Der Scharotzer
lebt auf Kosten anderer, zehrt von deren Energie und bringt kein Fünkchen
Eigenaktivität auf. Traurige Bilanz - aber so bin ich. Ich schaue auf meinen
Vorteil, bin bequem und überlasse unangenehme Dinge gerne anderen.
Und eine ganz fiese Form des Schmarotzertums - weil sie nämlich keiner
sieht - ist die, den anderen zu irgendwelchen Sympathiebekundungen zu
bewegen, weil man mit sich selber gerade unzufrieden ist. Statt mich selbst
beruflich, klamottenmäßig und auch vom Verhalten her auf Vordermann/frau
zu bringen, lauere ich auf Komplimente von anderen, damit ich mir leisten kann,
so zu bleiben, wie ich bin. Ich heische nach Anerkennung jedweder Art - weil
ich als Vertreter der Gattung Schmarotzer zu faul bin, mir etwas zu erarbeiten,
über das ich mich selbst freuen kann - ohne Bestätigung von anderen.
Schöne Bescherung!
Was tun?
Wenn ich's
mit der Bergpredigt halte: Balken raus! Und auch wenn ich vom ganzen Balken
im Moment wahrscheinlich nur einen Spreißel erfasse, nehme ich diesen
Spreißel und ziehe: Ich entschuldige mich beim Redakteur, den ich neulich
durch meine Tatenlosigkeit in Bredouille gebracht habe und sage ab jetzt nur
Sachen zu, die ich wirklich einhalten kann. Und halte sie. Ich spucke weniger
große Töne, sondern versuche, Ideen selbst in die Tat umzusetzen
und nicht andere dafür einzuplanen. Im Keller räume ich Kisten weg
und miste Papier aus. Weiter: Ich fahre zum Gebrauchtwagenhändler - und
der hat doch glatt einen passenden Fahrersitz. In 5 Minuten hat er meinen windschiefen
aus- und den anderen eingebaut. Preis: erschwinglich! Und dann: mach ich mir
einen Plan, was ich beruflich bis wann gelernt haben möchte, was ich mir
als nächstes erarbeiten will. Und schließlich: probiere ich mal ein
paar andere Klamotten aus: Was paßt zu mir? Wie gefalle ich mir? Müssen
es immer die gleichen Hosen sein? Und wie wäre es, wenn ich mal für
alle das Frühstück mache, statt auf jemanden anders zu hoffen?
Balken raus!
Jetzt heißt es also anpacken! Mal sehn, ob sich der Schmarotzer-Balken nicht auf diese Weise herausziehen läßt! Ein interessanter Nebeneffekt bei der Geschichte: Ich beschäftige mich damit, mein eigenes Schmarotzertum in den Griff zu bekommen und habe gar nicht die Zeit, ständig an anderen rumzunörgeln. Und wenn tatsächlich mal wieder die Küche voll dreckiger Töpfe stehen sollte, kann man ja mal ganz normal nachfragen. Wenn ich das schaffe, also ohne Groll, ohne innerlich zu kochen, dann kann ich sicher sein: mein Balken ist schon ein gutes Stück raus. Und dann? Kann ich den nächsten anpacken - denn der kommt bestimmt! Wie war das doch gleich mit jenem Verwandten, der immer so penetrant dazwischenredet und sich wichtig macht.....?????
Schritte im Alltag zur Entfaltung
höherer ethisch-moralischer Werte
| »Bemühe Dich, deinen Mitmenschen zuzuhören...(siehe
Kasten rechts)« Unser Tip: Beobachte Dich mal! Wer hat das noch nicht erlebt: Ein Freund oder Arbeitskollege erzählt euch gerade, was er letztes Wochenende unternommen hat, wo er hingegangen ist und was er erlebt hat. Aber eigentlich kriegt ihr nur die Hälfte mit, denn in Gedanken seid ihr schon längst bei eurem eigenen Wochenende und denkt gerade daran, was für tolle Leute ihr kennengelernt habt und wie super die Stimmung in der Disco war. Zugegeben, mit einem Ohr hört ihr immer noch zu - schließlich dürft ihr ja den richtigen Einsatz nicht verpassen, um von eurer Disco und eurem Wochenende zu erzählen. Geht es auch anders?
Schnappt euch doch ein Postkärtchen und schreibt uns (bzw. schickt uns eine mail!) |
Auszüge aus dem Heft »Der Prophet« Nr. 10: Der Jugendliche und der Prophet
|
Berufe im Brennpunkt - Teil 2:
Der Sektenbeauftragte -
Ein Beruf mit Tradition -
Der Sektenbeauftragte ist ein sehr angesehener Mann, der immer
dann auftritt, wenn Menschen nicht das glauben wollen, was sie glauben müssen.
Ein Sektenbeauftragter ist nämlich der Meinung, daß alle Menschen
glauben müssen, was er glaubt, z.B. an die unbefleckte Empfängnis,
die ewige Verdammnis usw.
Daß die Leute es gar nicht glauben wollen, interessiert ihn nicht. Wacker
versucht er deshalb, die Schäfchen wieder auf den rechten Pfad zu führen.
Da wir uns im aufgeklärten 20. Jahrhundert befinden, sind gewisse
Methoden hierfür nicht mehr zeitgemäß: Seine Vorgänger
hatten die Missetäter einfach in ein Loch gesperrt, ohne Wasser und Brot
und gewartet, bis die hungrigen Gestalten freiwillig dem heidnischen Glauben
abgeschworen hatten. Es ist kaum zu glauben, wie wirksam es zudem ist, solchen
Ketzern die Fingernägel auszureißen, oder die Körperlänge
auf der Streckbank etwas zu verändern....
Aber das ist Geschichte. Heute muß man sich als Sektenbeauftragter andere
Methoden einfallen lassen. Man kann sich zum Beispiel auf seine grundgesetzlich
garantierte »freie Meinungsäußerung« berufen und dann
lügen, was das Zeug hält. Man muß nur glaubhaft machen, daß
die Unwahrheiten und Lügen, die man verbreitet, die eigene, persönliche
Meinung sind.
Daß sich der Durchschnittsbürger auf diese Aussagen eines kirchlichen
Experten verläßt, ist nur verständlich.
Was für den einen »freie Meinungsäußerung« ist,
kann für den anderen aber Rufmord sein.
Und das kann folgendermaßen aussehen (siehe Main-Post, 23.06.97):
Eine Firma vertreibt für einen Hersteller ein Produkt und betreut die Kunden
nach bestem Wissen und Gewissen. Ich als Sektenbeauftragter stelle fest, daß
sich die Vertreiberfirma aus ehemaligen Kirchenchristen zusammensetzt, die der
kirchlichen Institution abgeschworen haben. Es besteht akuter Handlungsbedarf!
Ich gehe an die Öffentlichkeit und frage die Zeitungsleser und Fernsehzuschauer
des Landes, wie man es verantworten könne, von diesen gottlosen Menschen
etwas zu kaufen oder Serviceleistungen entgegen zu nehmen. Ich mutmaße
öffentlich, daß sie womöglich ihre Kunden ausspionieren und
wer weiß was sonst noch anstellen. Selbstverständlich kann ich das
nicht beweisen. Aber das macht nichts, es ist eben meine Meinung, deren Richtigkeit
man mir als kirchlichem Fachmann selbstverständlich abnimmt - wer traut
einem Mann Gottes schon zu, daß er seine Mitmenschen belügt? Um meiner
Verantwortung gerecht zu werden, fordere ich die Kunden und Vertragspartner
der gefährlichen Ketzer dazu auf, die Geschäftsbeziehungen mit
diesen Verirrten abzubrechen.
Der Hersteller windet sich vor Unbehagen unter dem kirchlichen Druck und kündigt
mit Entschuldigungen seinem bis dato treuen Vertreiber alle Verträge. Die
Firma, die sich im Lauf der Jahre auf den Vertrieb der Produkte spezialisiert
hat, muß nun schließen - alle Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze,
stehen auf der Straße und liegen dem Sozialstaat auf der Tasche. Was sein
muß, muß sein....
Dies ist nur eines von vielen Beispielen aus dem abwechslungsreichen Arbeitsalltag
eines Sektenbeauftragten. Nun verstehen wir auch, woraus er seine innere Erfüllung
im Beruf zieht: Er kann sich auf die Schulter klopfen und sagen: Gott sei Dank!
Wieder einmal sind wir den Auswucherungen der Ungläubigkeit entschieden
entgegengetreten!
Interessiert?
Voraussetzung für das Amt des Sektenbeauftragten ist ein mehrjähriges
Studium zum Theologen (großteils vom Staat finanziert). Die Spezialisierung
zum Sektenbeauftragten erfolgt dann aufgrund eigener Interessen.
Post von Euch:
Hallo, Ihr von der Revo-Redaktion! Ihr wünscht Euch Rückmeldungen?
- Kein Problem!
Ich finde an Eurer Zeitung toll, daß Ihr die Probleme und Interessen der
Jugendlichen von heute angeht. Es ist toll, wie offen Ihr über verschiedene
Themen schreibt, die letztendlich jeden von uns beschäftigen, aber verdrängt
werden.
Eure Zeitung deckt auf, macht klar und hält an, endlich mal wach zu werden.
Also nicht locker lassen-
weiter so! Beste Grüße aus dem Sauerland von David!
Ihr Artikel »Propheten damals und heute« hat mich
sehr inte-ressiert. Genauso »Schritte im Alltag«. Aufgrund dessen
wollte ich Ihre Zeitung nicht zerschneiden und bitte Sie trotz Kopie, die kostenlosen
Probeexemplare zu schicken. Vielleicht ist es Ihnen möglich, die Begnungsorte
in Nürnberg und Erlangen mitzuschicken.
Claudia, Forchheim
| URL:
http://www.revo.org eMail:info@revo.org ©1997-2000 Der Revo Error 500 - Internal server errorEin interner Fehler ist aufgetreten! |
||