Ausgabe 9  Okt/Nov 1998     
 
 
Artikel
    Jeden Tag den Jackpot knacken!
    »Häppi däi« - der Anti-Routine-Shake
    Tips von einem Propheten: »Nutze den Tag!«
    Achtung Etikettenschwindel! Die 4 großen Irrtümer!
    Ohne Moos nix los!
    Promi-Interview: Haben wir diese Politiker verdient?
    Spot on: Organhandel
    Der ultimative Psycho-Test: »Finde Deinen Kirchen-Typ!«
    Post - Office: Briefe an die Redaktion
 

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Jeden Tag den Jackpot knacken!

Ein Tag...
...hat vierundzwanzig Stunden, hat 1440 Minuten, hat 86400 Sekunden. Ein Mensch erlebt in seinem Leben etwa 30 000 Tage. Manch einer verliert an einem einzigen Tag sein Hab und Gut, ein anderer gewinnt im Lotto und hat für alle kommenden Tage ausgesorgt. Schöne Tage möchte man am liebsten nochmal und nochmal erleben, andere will man aus dem Kalender streichen. Es gibt den Alltag, den Geburtstag, den Glückstag oder... den Donnerstag. Jede Woche hat einen Donnerstag. Doch hast Du schon mal zwei gleiche Donnerstage erlebt? An denen Du das gleiche getan, geredet und gedacht hast?
 

Eben...
ich auch nicht! Heute zum Beispiel: Ich stehe auf, fahre Auto, fahre Straßenbahn, gehe zu Fuß, arbeite und mache dann alles wieder rückwärts. Wie jeden Tag. Und doch ist dieser Tag absolut verschieden vom anderen. Er ist mein spezielles Überraschungspaket, mein persönliches Abenteuer. Er ist voller als der vollste Jackpot, mit Tausenden von Augenblicken, Chancen, Möglichkeiten, Weichen und Herausforderungen. Und eine Fundgrube zur Selbsterkenntnis obendrein. Denn jeder Tag hat etwas mit mir selbst zu tun - behaupte ich mal ganz frech. Keiner zwingt uns, das Überraschungspaket »Tag« zu öffnen und hineinzugucken. Man kann die Annahme verweigern und es dem Postboten wieder mitgeben, in der Hoffnung, daß irgendwann mal eins mit rosa Schleifchen kommt. Doch das kann dauern. Also, nehmen wir doch mal das von heute, das ziemlich grau in grau daherkam:

Natürlich
fährt mir die Straßenbahn vor der Nase weg. Ich drücke noch auf den Türknopf, der Fahrer guckt nur und gibt Gas. Ist das ‘ne Art? Sturkopf, Ignorant, denk ich ärgerlich... und schon hat der Postbote geklopft: Hey, dein Paket ist da! Guck mal, was drin ist! O.k., ich bin kein Spielverderber und gehe auf Entdeckungsreise. Da ich an das Naturgesetz von Aktion und Reaktion glaube und mir auch die Worte des Jesus von Nazareth »Was Du säst, wirst Du ernten« bei solchen Gelegenheiten in den Sinn kommen, nutze ich den Ärger und versuche, den berühmten Balken im eigenen Auge zu sehen - und werde fündig: Zwar lasse ich niemanden rechts am Bahnsteig stehen, dafür so manchen links liegen. Nämlich immer dann, wenn ich ach so Wichtiges im Kopf habe oder ich aus dem  Gespräch mit dem anderen keinen Nutzen für mich schlagen kann. Ego pur also! Doch die Entdeckungsreise geht weiter: Wen genau lasse ich links liegen? Wieso gerade ihn oder sie? Eine heiße Spur - wenn man daran interessiert ist, sich selbst kennenzulernen...
Ich nehme also die nächste Bahn  und kann »zufällig« bei meinem Vordermann in den Sportteil der Zeitung linsen. Die Schlagzeile: »Ein Mann von fast beängstigender Zielstrebigkeit«. Ein Satz nur - und wieder beglückt mich der Tag mit einem Überraschugspaket. Wieso sitze ich ausgerechnet auf diesem Platz und lese das? Wieso heute??? Also: Wie sieht es mit meiner Zielstrebigkeit aus? Habe ich heute ein Ziel oder treibe ich so durch den Tag? Wie steht es generell mit meinen Zielen? Weiß ich, was ich beruflich will und was privat? Tue ich etwas dafür oder lebe ich statt in »beängstigender Zielstrebigkeit« in beängstigender Lethargie?
Es würde ein Buch füllen, wollte ich die weiteren Tagespakete aufschreiben. Allein das Gefühl in der Bibliothek - als ich etwas ausleihe und mit »Frau Doktor« angesprochen werde, weil ich den Benutzerausweis einer Kollegin dabei habe. Da wird man doch gleich drei Zentimeter größer - warum eigentlich?
Und, und, und...  zu deutsch: Ein Wahn-sinns-tag! Wenn man sich die Mühe macht, das, was einem so passiert, etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Der Tag ist wie ein guter Freund. Auch in unangenehmen Situationen ist er da und sagt: »Mach’ das Beste draus!« Wenn ich zum Beispiel bei einem Gespräch mit Kollegen nur »Bahnhof« verstehe und mir vorkomme wie Klein-Doofi, kann ich mich entweder gefrustet zurückziehen und hoffen, daß niemand merkt, wie blöd ich bin. Oder ich nehme den Tag am Schopf, vergesse meine Eitelkeit und frage einfach mal nach. Dann bin ich nämlich abends ein Stückchen schlauer. Die Entscheidung liegt immer bei mir: Ich kann mich Tag für Tag um unangenehme Dinge gekonnt herumdrücken und sie andere Leute machen lassen. Oder ich nutze die Gunst der Stunde,  lerne dazu und werde dadurch jeden Tag ein bißchen unabhängiger.

Also,
wenn ich's  mir so überlege, könnt' ich glatt ein Loblied auf den Tag singen. Da hat man abends Grund, Danke zu sagen, nochmal inne zu halten und auf den Tag zurückzublicken. Habe ich mir für mein Leben ein Ziel gesetzt, kann ich den Tag an dieser Zielvorgabe messen und meine Schlüsse daraus ziehen. Und wenn man will, kann man dann am nächsten Tag einiges anders anpacken. Man kann sich versöhnen, wenn's Streit gab, kann dem anderen mal zuhören statt ihn vollzureden oder, oder, oder... 
Und wieso das Ganze? Deshalb: Ich möchte nicht so bleiben wie ich bin - egoistisch, kleinkariert, besserwisserisch, gemein. Und ich will auch nicht, daß die Welt so bleibt, wie sie ist - egois-tisch, kleinkariert, besserwisserisch, gemein. Wie es einmal auf der Erde sein könnte, nämlich friedlich, gerecht und freundschaftlich, das hat Jesus von Nazareth vorgelebt. Nun bin ich Realist und glaube nicht, daß dieser Zustand vom Himmel fällt, nur weil wir Kirchensteuern entrichten und kultische Handlungen wie Taufe oder Kommunion vollziehen. Ich glaube, daß sich die Menschen ändern müssen, wenn sich die Welt ändern soll - und zwar jeden Tag ein bißchen! In diesem Sinne:
Guten Tag allerseits !

 



»Häppi däi«
der Anti-Routine-Shake
 
O-Saft, eine Kugel Vanilleeis, ein Schuß Grenadine...
Falls nicht anders verordnet: In schweren Fällen stündlich, ansonsten morgens und abends nach den Mahlzeiten einnehmen.
 

 
 



Tips von einem Propheten
»Nutze den Tag!«
 
Propheten sind keine unnahbaren, weltfremden Menschen aus grauer Vorzeit. Vielmehr schickt Gott immer wieder Propheten auf die Erde, um den Menschen  einen Weg in eine gerechte und friedvollere Welt aufzuzeigen. Und so gibt es auch heute wieder einen Propheten, genauer gesagt: eine Prophetin.
Sie heißt Gabriele und lebt ohne Prunk als Gleiche unter Gleichen. Die Prophetin übermittelt den Menschen wie ein Dolmetscher das Wort Gottes in unzähligen Offenbarungen, Büchern und  Radiosendungen.  Man kann sie alles fragen, und vor allem uns Jugendlichen hat sie schon oft weitergeholfen - mit  oft überraschenden Antworten! Denn obwohl sie schon über 60 ist, ist sie absolut jugendlich, spontan, spritzig, flexibel und humorvoll. Wir fragten sie einmal, was sie nach der Arbeit tun würde, wenn sie noch jünger wäre und wie sie versuchen würde, die Welt zu verändern. 
Gabriele sagte dazu:
»Wichtig für mich wäre, daß ich nach meinem Arbeitstag oder dem Schultag die Bilanz meines Tages ziehe und mich selbst auf der Gefühlswaage wäge: Was war heute einigermaßen gut, was weniger gut, was vielleicht sogar miserabel? Alle drei Aspekte - das Gute, weniger Gute und das Miserable - würde ich vor mir Revue passieren lassen. Über das Gute würde ich mich freuen und dieses durch Bejahung in meinem Oberbewußtsein festigen. Das Ungute würde ich näher betrachten mit der Frage: Was liegt in meinem Unterbewußtsein, das meinem Oberbewußtsein  - also mir - immer wieder Streiche spielt? Denn du mußt wissen: Das Unterbewußtsein ist mit einem Killer zu vergleichen, der auf der Lauer liegt, die guten Vorsätze im Oberbewußtsein immer wieder zu »killen«, also zunichte zu machen und uns diesbezüglich ins Ungute zu ziehen. Dem Miserablen würde ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Kräften, vor allem mit der Christus-Gottes-Kraft, zu Leibe rücken, also die Spur zur Wurzel verfolgen, um sie mit der Hilfe des Geistes Christi auszumerzen.
Gerade das Miserable kann uns zu Taten veranlassen, die wir im Oberbewußtsein gar nicht wollen. Das Miserable ist also ein Riesenkiller, der ständig auf der Lauer liegt, unsere guten Vorsätze zu töten und unsere Entwicklung ins Negative zu lenken.
Mit der Hilfe des Christus Gottes würde ich also meinen Tagesabschluß machen und den Weg gehen, den uns Jesus von Nazareth aufgezeigt hat: Erkenne deine Sünden, bereue und bereinige sie und tue sie nicht mehr. Das Nicht-mehr-Tun ist entscheidend. Dazu brauchen wir eine Portion Kraft, um göttliche Gesetzmäßigkeiten im Oberbewußtsein zu halten, denn der Killer Unterbewußtsein, in dem das Ungute und Miserable noch angesiedelt und lebendig sind, versucht immer, das Oberbewußtsein einzufangen, uns also zu der Wiederholung der alten Laster, des Unguten, das auf unserer Seele, auf unserem wahren Wesen lastet, zu veranlassen. So wie ich es aus meiner heutigen Sicht in meiner Jugend gehalten hätte, so halte ich es jetzt im Alter: Täglich mache ich meinen Tagesabschluß. (...)«
 
Willst Du weiterlesen? Einige Fragen von Jugendlichen an Gabriele sind in dem Heft »Der Jugendliche und der Prophet« zusammengefaßt. Auf über 60 Seiten geht es um Berufswahl, Freundschaften, um Sex, drugs und Rock'n Roll, um Eltern, Selbständigkeit und um Gott.
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Achtung - Etikettenschwindel!
Die 4 großen Irrtümer:
 
Irrtum Nr. 1: Die Kirchen kümmern sich im besonderen Maße um soziale Einrichtungen.
F a l s c h ! Die Summe der staatlichen Leistungen für soziale Einrichtungen beträgt jährlich über 1 Billion Mark, der kirchliche Anteil für öffentlich-soziale Zwecke lediglich zwischen 0,1 und 0,2% dieser Summe (Statistisches Bundesamt Wiesbaden).
Irrtum Nr. 2: Die Kirchen folgen Jesus von Nazareth nach.
F a l s c h ! Jesus predigte von der Nächstenliebe. Die Kirchen haben bei Hexenverfolgungen, Inquisitionen, Kreuzzügen und Hinrichtungen Andersgläubiger viele Millionen  Menschen getötet.
Irrtum Nr. 3: Die Kirchen finanzieren sich durch Kirchensteuern und Spenden der Gläubigen.
F a l s c h ! Die Kirchen in Deutschland beziehen zusätzlich zu den 15 Milliarden Mark Kirchensteuern jährlich ca. 17 Milliarden Mark staatliche Subventionen aus staatlichen (!) Steuergeldern. Die katholische Kirche verfügt außerdem über 500 Milliarden Mark Kapitalvermögen,  Grundbesitz und Immobilien und ist bei BASF, Bayer, Fiat, General Motors und vielen weiteren Firmen mit Aktien beteiligt. Die größte Bank der USA, The Bank of Amerika, gehört zu 51% dem Vatikan, und Papst Johannes Paul II. spekuliert mit 93 Millionen Mark in Italien an der Börse (Bericht in der italienischen Zeitung »La padania« vom 21.6.98).
Irrtum Nr. 4: Wenn man aus der Kirche ausgetreten ist, wird man nicht ordentlich beerdigt.
F a l s c h ! Es gibt viele Anbieter für konfessionslose Beerdigungen und freie Grabreden. Beerdigt wird auf dem städtischen Friedhof. Infos gibt's bei jedem Bestattungsinstitut.
 

 



Ohne Moos nix los! 
 
Ex-Kirchenmitglieder verlangen ihr Geld zurück Wer in seinem Leben je Kirchensteuern bezahlt hat, gehört zu den Glücklichen, die dieses Geld zurückfordern können.Du hast noch nicht davon gehört? Also: Im Zeitalter der Kirchenflucht, bzw. -austritte, ist eine neue Ära angebrochen. Nein, die Austritte werden nicht weniger, vielmehr reicht es den flüchtigen Schafen nicht mehr, nur davonzulaufen. Sie wollen die Wolle, um die man sie in den vergangenen Jahren erleichtert hat, wiederhaben und selber was daraus stricken.Im Klartext:  Im Laufe eines Lebens zahlt ein Kirchenmitglied etwa 60000 Mark Kirchensteuer. Viele fühlen sich aber betrogen, weil ihre Steuertaler in Rüstung, Technologien und Immobilien investiert werden, Gott ihnen durch die Beitragszahlungen aber nicht näher gekommen ist. Der Vorwurf lautet: Die Kirchen seien vielfach Wirtschaftskonzerne, die sich hinter einer religiösen Fassade verbergen und mit dem Zimmermann Jesus von Nazareth nichts mehr gemeinsam haben.Deshalb machen viele ehemalige Schäfchen nun ihrem Unmut Luft und richten ein Schreiben an die für sie zuständige  Kirchenbehörde. Sie erklären darin, warum sie der Meinung sind, einem Etikettenschwindel auf den Leim gegangen zu sein und fordern die Kirchensteuern, die sie jahrelang gezahlt haben, zurück.Bei der Kirchenzugehörigkeit handelt es sich ganz nüchtern betrachtet um einen Seelsorge-Vertrag, der mit der Taufe in Kraft tritt. Nun ist aber der Säugling noch nicht mündig und das Zustandekommen des Vertrages daher sehr fragwürdig. Und ob die kirchlichen Leistungen wie Kommunion oder Konfirmation, Sonntagsgottesdienst, Hochzeit, Beichte oder Beerdigung der  Menschheit Frieden und Gerechtigkeit gebracht haben, das möge jeder Bürger anhand der Weltsituation selbst beurteilen.Sollte sich nun in einem Gerichtsverfahren herausstellen, daß die Kunden zu recht eine höhere Qualität der kirchlichen Dienstleistungen erwarten können, so dürfte ein düsteres Zeitalter für die Kirchenfinanzen anbrechen: Der Weg wäre nämlich geebnet für rechtliche Schritte wie Wandlung des Vertrages (Rücktritt des Kunden und Geld zurück), Minderung (Preisnachlaß) oder sogar Schadensersatz. Mehrere hundert Rückforderungsanträge liegen den Kirchenämtern bereits vor - eine offizielle Stellungnahme von Kirchenseite gab es bisher nicht. »Der geistige Revolutionär Christus« bleibt auf jeden Fall am Ball  und wird  weiter darüber berichten. 



 


 
Promi-Interview:
Haben wir diese Politiker verdient?

 

Viele Leute haben die Nase voll: Der Wahlkampf hat wieder einmal rund 640 Millionen Mark verschlungen, selber hat  man kaum Geld in der Tasche, und daß sich durch eine neue Zusammensetzung der Regierung überhaupt etwas verändert, stellen immer mehr Menschen in Frage. Soll man da überhaupt noch wählen? Was hat Politik mit mir zu tun? Wäre auch eine ganz andere Art von Demokratie denkbar?   
Wir befragten dazu Rechtsanwalt Dr. Christian Sailer, der als Anwalt in großen Umweltverfahren bekannt wurde. Im Wackersdorf-Prozeß und im Prozeß um den Münchner Flughafen vertrat er erfolgreich die Seite der Umweltschützer.  
  
REVO: Kann denn der einzelne durch seine Stimme bei der Wahl überhaupt etwas verändern?  
  
SAILER: Politische Entscheidungen kommen durch Mehrheiten zustande. Der einzelne bildet durch seine Stimme Mehrheiten und kann so an politischen Entscheidungen mitwirken. Daß viele Bürger dennoch zweifeln, ob sie durch ihr Kreuzchen in der Wahlkabine etwas verändern können, ist verständlich. Wenn die Abgeordneten erst einmal auf vier Jahre gewählt sind, müssen sie das Volk nicht mehr fragen. Auch dann nicht, wenn sie Jahrhundert-Entscheidungen fällen. Ich denke da zum Beispiel an die Zulässigkeit von Genmanipulation, an die Entscheidung, ob man an der Kernenergie festhalten will oder nicht oder ob man die DM durch den Euro ersetzt. Viele Bürger sind auch deswegen resigniert, weil sie spüren, daß viele Entscheidungen längst nicht mehr im Parlament getroffen werden, sondern in den  
Vorstandsetagen multinationaler Konzerne oder durch den internationalen Klüngel weltweit agierender Währungsspekulanten. Entscheidungen werden auch durch die Medien gepuscht, indem zu bestimmten Fragen eine bestimmte öffentliche Meinung »gemacht« wird, der sich dann auch die Politiker nicht mehr entziehen können. Daß in Deutschland gegenwärtig eine Jagd auf neue religiöse Bewegungen stattfindet, wurde beispielsweise nur möglich, weil Presse, Rundfunk und Fernsehen die Verfolgung der religiösen Konkurrenz durch die Amtskirchen vielfach unterstützt haben. Man glaubte den kirchlichen Inquisitoren einfach, weil man es nicht für möglich hielt, daß auch ein Pfarrer lügen kann. Ein weiteres Beispiel für das Zustandekommen von Entscheidungen über die Köpfe der Bürger und auch der Politiker hinweg, ist das Klonen von Tieren. Die Wissenschaftler experimentierten so lange, bis es ihnen gelang, die Natur über die Artgrenzen hinweg zu manipulieren. Die sogenannte öffentliche Meinung, die im Grunde genommen die Meinung einiger Meinungsführer ist, bestaunte den »sensationellen Erfolg« der Wissenschaftler und ermutigte sie zum Weitermachen. Auf diesem Weg schlittern wir in eine Situation, in der auch Menschen geklont werden - ohne daß es durch eine politische Abstimmung zu verhindern ist. 
  

»Meine Damen und Herren,  
Politik bedeutet, und davon sollte man ausgehen, das ist doch - ohne darum herumzureden - in Anbetracht der Situation, in der wir uns befinden. Ich kann meinen politischen Standpunkt in wenige Worte zusammenfassen: Erstens, das Selbstverständnis unter der Voraussetzung; zweitens, und das ist es, was wir unseren Wählern schuldig sind; drittens, die konzentrierte Beinhaltung als Kernstück eines zukunftweisenden Parteiprogramms. Wer hat denn, und das muß vor diesem hohen Hause einmal unmißverständlich ausgesprochen werden. Die wirtschaftliche Entwicklung hat sich in keiner Weise, das wird auch von meinen Gegnern nicht bestritten. (...)«  
   
   
zitiert aus: »Loriot's dramatische Werke«, Diogenes Verlag

 
REVO: »Ein Volk hat die Politiker, die es verdient«, heißt es. Stimmt das? 
  
SAILER: Ja. Das Bewußtsein eines Volkes besteht aus dem Fühlen, Denken und Handeln der einzelnen Bürger. Es schafft eine Atmosphäre, die bestimmte Politiker anzieht oder abstößt. Je gleichgültiger und oberflächlicher jeder von uns lebt, umso oberflächlicher werden auch die Politiker sein, die uns regieren. 
Wir stimmen sozusagen täglich ab mit unserem Verhalten und Denken, ob es mit unserer Gesellschaft bergauf oder bergab geht. Wenn wir Bürger uns in unserem Leben an höheren ethischen Werten orientieren, wird sich das auch im politischen Geschehen widerspiegeln. 

REVO: Was würde Christus, der geistige Revolutionär, wählen? 
  
SAILER: Er würde vermutlich in erster Linie dazu aufrufen, daß jeder sein Leben ändert und dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Veränderung der Welt leistet, indem er die Gebote Gottes hält und die Lehren der Bergpredigt im Alltag beachtet. 
Dies wäre ein gewaltiger Beitrag zum Frieden! Jeder würde seine eigenen Fehler erkennen. Er würde das Unrecht, das er anderen zugefügt hat, bereuen, um Vergebung bitten und es nicht mehr tun. Und er würde dem anderen vergeben, der ihn verletzt hat. Wenn wir damit ernst machen würden - und das kann jeder für sich - würde sich die Situation unserer Gesellschaft und das Zusammenleben der Völker verwandeln. Aus einem Kampf aller gegen alle würde ein friedliches Miteinander werden. Jeder würde sich um das Gemeinwohl kümmern und sich mit großer Verantwortung an den ernsten Entscheidungen beteiligen, und das Ideal der Urdemokratie wäre dann nicht mehr fern. 
  

 



 

 
Spot on: Organhandel
 
Claire Sylvia, einer 48jährigen Choreographin aus den USA, wurde das  Herz eines 18jährigen Mannes eingepflanzt. Wenige Wochen später berichtet sie: »Auf einmal hatte ich Heißhunger auf Bier und Big Macs, früher ekelte ich mich davor. Ich fand plötzlich Frauen attraktiv...« (Claire Sylvia, Herzensfremd - Wie ein Spenderherz mein Selbst veränderte, Hamburg 1998).

Alexander, ein junger Mann, bekam Lunge und Herz eines jungen Motorradfahrers eingepflanzt. Seitdem hat er das Gefühl für Angst verloren. Er kann Gefahren nicht mehr früh genug wahrnehmen.... (Weißes Pferd, Juni '98) 

Kommentärchen: Bei Transplantationen werden offensichtlich Eigenschaften des Spenders auf den Empfänger übertragen. Ergebnis: Der Empfänger ist nicht mehr er selbst. Wer hat Interesse an dieser Art von Menschenmanipulation?
 


Der ultimative Psycho-Test: »Finde Deinen Kirchen-Typ!«
 
  
 
1) Wann warst du das letzte Mal in der Kirche?
a) Letzten Sonntag
b) Weihnachten
c) Weiß ich nicht mehr

2) Glaubst du an die Unfehlbarkeit des Papstes?
a) Logo! Der Papst hat immer recht!
b) Nur in manchen Dingen
c) Ein Mensch kann nicht unfehlbar sein.

3) Wie stellst du dir die Auferstehung vor?
a) Leibliche Auferstehung, Jüngstes Gericht, Himmel, Hölle oder Fegefeuer
b) Die transplantierten Organe werden ausgetauscht und dann fahren wir in den Himmel oder zur Hölle
c) Das glaube ich nicht, sondern:  __________________________
__________________________

4) Was hältst du von der Beichte?
a) Der Pfarrer vergibt alle Sünden
b) Die Beichte ist einfach praktisch: Ich überfalle eine Bank, ermorde den Bankdirektor, gehe zur Beichte, und alles ist o.k.
c) Wenn ich etwas falsch gemacht habe, muß ich es mit demjenigen wieder in Ordnung bringen, den es betrifft.

5) Was hältst du von der jungfräulichen Empfängnis?
a) Was in der Bibel steht, ist immer wahr.
b) Ich dachte, die Babys bringt der Storch...
c) Ich habe dauernd Angst, daß mir dasselbe passiert...
d) Gott bringt seinen Sohn nicht durch Hokuspokus auf die Welt. Wieso sollte er die Naturgesetze außer Kraft setzen?

Auswertung:
Zähl deine Punkte zusammen! Gib dir für a) jeweils 10 Punkte, für b) jeweils 5, für c) jeweils 0 und für d) minus 5 Punkte!

50 Punkte: Herzlichen Glückwunsch! Du bist reif fürs Kloster und ein echter Papst-Fan.
25 bis 49 Punkte: Du kannst dich wohl noch nicht entscheiden: Spar ich ungeheuer an der Kirchensteuer oder geh ich sonntags brav zur Messe?
minus 5 bis 24 Punkte: Tja, du bist wohl im falschen Club! Tritt lieber aus und kauf dir von der gesparten Kirchensteuer was Schönes. Und wenn du dich für Gott interessierst, such dir einfach außerhalb der Kirche Gleichgesinnte.
 



 

POST - OFFICE: Briefe an die Redaktion
 
 
»Ich heiße Martin und bin echt von den Socken. Ihr seid echt gut!
Ich habe euer Blatt auf der Fußgängerzone in die Hand gedrückt bekommen und es dann am Abend gespannt gelesen. Klasse! Ihr packt die Themen ganz nach meinem Geschmack an, von der Denkweise her, einfach kritisch! Herrausragend finde ich die »Mordsgeschichte« und »Willst Du mit Gott reden«. Die »Wertbeertörtchen« und »Was ist Dir Dein Leben wert« fand ich etwas lahm, aber wenn ihr mit dem Gedanken rangegangen seid, euer Blatt nicht zu »radikal« erscheinen zu lassen, nehme ich meine Kritik wieder zurück.
Ich bin 21 und habe im Februar dieses Jahres begonnen, mich intensiv mit dem Thema Gott zu beschäftigen, ob es ihn gibt - bis ich zu der Feststellung kam: Ja, es gibt ihn.
Ich bin schon der Meinung, daß man durch Logik die Existenz Gottes begründen kann. Meine persönlichen Erfahrungen stützen mich in meinem Gedankengang.
Was mich übrigens erstaunt hat, ist, daß ihr tatsächlich Sponsoren für euer Blatt gefunden habt.
O.K, bis dann, Martin«

Anmerkung der Redaktion:
Unsere Zeitung finanziert sich durch die Anzeigen. Plakate, Extrablätter, Nachdrucke usw. werden durch Spenden möglich.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die den »Geistigen Revolutionär Christus« unterstützen!!!

»Eben habe ich den REVO Nr. 8 durchgelesen und finde ihn einfach spitze. Ich schwamm gerade in einer Liebeskummer-Selbstmitleid-Suppe, und die Artikel haben  mir den Brei aus den Augen gespritzt. Die Artikel sind sehr lustig geschrieben: Man muß lachen und wird doch nachdenklich. Vor allem der Artikel »Was ist Dir Dein Leben wert?« hat mir gut gefallen.
Das Leben, unser Leben, ist so kostbar! Wir können so viel aus diesem Leben machen, und es ist so doof, seinen eigenen Wert an der Anerkennung durch andere zu messen. Packen wir es an! Liebe Grüße, Monika aus München«

»Ihr seid o.k., aber zu kirchenfeindlich! Michael D.«

Anmerkung der Redaktion: Wir feinden niemanden an. Wir weisen lediglich darauf hin, daß die Institutionen Kirche sich zwar »christlich« nennen, aber nicht christlich sind.
Wen dieses Thema interessiert, dem empfehlen wir folgende Literatur:
Der Prophet Nr.13: »Schlag die Bibel zu - der Verrat an Jesus, dem Christus und an den Propheten«, kostenlos per Coupon oder im Internet: http://www.universelles-leben.org/de/p13.html
»Der Theologe« Nr. 1 - 4, kostenlos bei »Theologe«, Postfach 1443, 97864 Wertheim oder im Internet: http://www.theologe.de
Karl-Heinz Deschner: Die Kriminalgeschichte des Christentums
H. - J. Wolf: Sünden der Kirche, EFB-Verlagsgesellschaft Erlensee

»Ciao amici di Germania! Noi siamo alcune giovani d'Italia...
...Wir sind ein paar Jugendliche aus Italien und waren beim letzten Jugendtreffen im Bayerischen Wald mit dabei. Das Thema war »Bergpredigt live!«, und das klang schon mal gut, aufregend und ... realistisch. Viele von uns suchen einen Weg, um ihre Ideale und Vorsätze in die Tat umzusetzen, und dazu hat uns dieses Treffen echt geholfen. Wir haben bemerkt, daß es tausende Situationen im Alltag gibt, wo man sich für oder gegen eine höhere Ethik entscheiden kann. Wir haben bei dem Treffen auch Volleyball gespielt, Fußball, Tischtennis, sind ins Schwimmbad gegangen oder in die Berge. Mal gab's Disco, mal ein festliches Abendessen, ein  Live-Konzert oder eine Fackelwanderung. Es war spitze, und wir hier in Italien sind begeistert! Die Bergpredigt des Jesus von Nazareth kann eine Möglichkeit sein, sein Leben in die Hand zu nehmen - eine echte Chance! Tanti saluti d'Italia!«
Mara, Antonella, Paula, Barbara, Loredana, Guilliano, Paulo, Aldo ...
 
 



 

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