| Ausgabe No.14 - Der geistige Revolutionär Christus | |
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Januar 2000
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| Archiv | ||
| No. 14 | ||
| Jubeljahr 2000 - da jubelt die Kirchenkasse | ||
| 2000 Jahr probiert - und nix passiert! | ||
| Jubeljahr 2000 - da jubelt die Kirchenkasse! | |
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Manch einer
hat es gar nicht mitbekommen, doch es ist wahr: Der Papst erklärte unlängst
das Jahr 2000 zum Jubeljahr.
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Was es damit
auf sich hat wollen wir mal näher unter die Lupe nehmen. Haltet euch fest,
es wird beinhart! "Jubeljahr 2000". Hört sich ja gut an. Jubel worüber
eigentlich? Jubel über die 6 Milliarden Menschen auf der Erde, von denen
die allermeisten in Armut leben? Jubel über die fortschreitende Vergiftung
und Zerstörung des Erdplaneten? Jubel über die ca. 150 derzeitigen Kriege,
u.a. Glaubenskriege wie z.B. in Nordirland? Wo also sieht der Papst Anlass
zum Jubel?
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| Die Vermutung
drängt sich auf: Im großen "Jubeljahr" sollen wieder mal die Kirchenkassen
jubeln - und man versucht mit viel Brimborium von der blutigen Kirchengeschichte
abzulenken, der Millionen von Menschen zum Opfer fielen. Oder ist das Ablasstor
gar eine Waschanlage der Kirche in eigener Sache? Mal der Reihe nach: |
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| Kling, Kässlein, klingelingeling... | |
| Nach Ansicht der italienischen Zeitung "Republika" (16.1.95) wird das Jubeljahr 2000 das "größte Geschäft des Jahrhunderts". Das Geldschef-feln hat hierbei Tradition: Bereits im ersten "Jubeljahr" im Jahre 1300 legten die 2 Millionen Besucher "solche Unmengen von Schätzen vor das angebliche Grab des Heiligen Petrus nieder, dass zwei Priester Tag und Nacht beschäftigt waren mit Harken das Geld zusammen zu rechen" | |
| Volle oder vollste Vergebung??? | |
| Das High-Light im Jubeljahr 2000 wird aber eindeutig das Ablass-Tor sein: In seiner Verkündigungsbulle erklärt der Papst wie's geht: Wer die "Petersbasilika in der Ewigen Stadt" besucht, dem wurden schon bisher nach "uralter Überlieferung" "reiche Nachlässe und Ablässe der Sünden gespendet". Nicht schlecht! Doch weitaus lohnender wird der Besuch der Petersbasilika im Jubeljahr 2000: Hier erlangt man "nicht nur volle und reichliche, sondern sogar vollste Vergebung aller Sündenstrafen". | |
| In der Weihnachtsnacht 1999 eröffnete der Papst das Ablasstor, die sogenannte "Heilige Pforte". Im Klartext: Hier könnt ihr laut der päpstlichen Bulle im Jubeljahr 2000 überall den Jubiläumsablass kriegen: | |
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In Rom, z.B. durch eine Wallfahrt zu einer der Patriarchalbasiliken mit Teilnahme an der hl. Messe oder an einer Frömmigkeitsübung (Rosenkranzbeten reicht auch schon) |
| Im Heiligen Land z.B. in der Grabeskirche in Jerusalem | |
| Durch eine Wallfahrt z.B. zu einer Kathedrale, die euer örtlicher Bischof bestimmt - Frömmigkeitsübung nicht vergessen! | |
| Es geht aber auch noch einfacher: Der "vollkommene Jubiläumsablass" ist auch durch Bußgesinnung zu erlangen: Dabei sollte man sich wenigstens einen Tag lang überflüs-sigen Konsums enthalten (z.B. nicht rauchen, keine alkoholischen Getränke zu sich nehmen oder Enthaltsamkeit üben) | |
| Achtung!
Ein "vollkommener Ablass" kann laut Papst-Bulle nur 1x am Tag gewährt werden!
In dieser Bulle verkündet der Papst: "Alles kommt von Christus, aber da
wir sein Eigentum sind, wird auch das, was uns gehört, zu seinem Eigentum
und gewinnt eine heilbringende Kraft. Das ist gemeint, wenn man vom "Schatz
der Kirche" spricht." Also Leute, spart nicht mit großzügigen Spenden und teuren Ablassbriefen und Wallfahrten! Eurer Eigentum ist sowieso schon das Eigentum der Kirche! |
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| Weitere Neuigkeiten zum Jubeljahr und dem Ablasshandel in Rom unter www.jubeljahr2000.de | |
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"Man kann alle Menschen für einige Zeit zum Narren halten und einige Menschen für alle Zeit, aber man kann niemals alle Menschen für alle Zeit zum Narren halten." Abraham Lincoln |
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| 2000 Jahr probiert - und nix passiert! | ||
| Das Christkind liegt in der Krippe und schweigt. | ||
| An Ostern wird der Mann dann ans Kreuz genagelt, wo er ebenfalls schweigt. Und kein Mensch interessiert sich dafür, was er wollte. Und wer ist dran Schuld? Die Kirche natürlich, sagen die einen. "Ham se doch schließlich den ganzen Hokuspokus auf Latein gemacht, dass den kein Schwein kapieren konnte!" Stimmt, die Kirche hat zwar alles Wichtige unter Verschluss gehalten, aber man muss halt auch doof genug sein um da mitzumachen. | ||
| Es gab immer wieder Menschen, die nicht mitgemacht haben und dafür mit ihrem Leben bezahlt haben. Viele haben in den letzten 2000 Jahren versucht die Gebote Gottes - und nicht die der Kirche - zu erfüllen. Sie glaubten an den redenden Gott, der durch Prophetenmund zu den Menschen spricht und nicht an die schweigende Holzfigur in der Krippe. Sie knüpften an die Lehre des Jesus von Nazareth an, nicht an die der sogenannten Kirchenväter. Sie haben immer wieder versucht, anders zu leben und ein neues, ethisches Menschentum aufzubauen: die Bogumilen, Kartharer, Paulikianer, Manichäer und viele, viele andere urchristliche Gruppen oder Einzelkämpfer. Sie alle hatten hohe Ideale und die Vision einer anderen Welt - und alle wurden von der herrschenden Kirche bekämpft, verbrannt und ausgerottet. Nur: Wer allein der Kirche die Schuld zuschreibt, übersieht das Wesentliche: Denn gescheitert sind viele dieser Bewegungen erst, als die Menschen ihren eigenen Idealen nicht mehr treu waren. Die Geschichte der Paulikianer zum Beispiel war diese: Als "Bekenner Christi" hatten sie sich ursprünglich die Gewaltlosigkeit auf die Fahne geschrieben. Nach Jahren der Verfolgung und Abmetzelung durch die Römer schlugen sie zurück, begannen sich auf den Krieg einzulassen und auf das Niveau ihrer Feinde zu sinken. Oder Savonarola: Zunächst war das Volk begeistert von seiner Lehre und seiner Vision. Doch als er den Verzicht auf Eitelkeiten, Pomp und Laster forderte, brachte er das Volk gegen sich auf (logo, wer will schon seine Laster ablegen) und die Leute wendeten sich empört von ihm ab. Dadurch, dass das Volk nicht mehr hinter ihm stand, hatte er keinen Schutz mehr und die Kirche konnte ihn auf dem Scheiterhaufen verbren-nen - und aus war's mit den hohen Zielen. | ||
| Ja, da stehen wir nun, viele Chancen sind verpasst - doch eine gibt es noch - die Letzte??? | ||
| So unglaublich es für euch auch klingen mag: Unter uns lebt die Prophetin Gottes für die Jetztzeit. Sie erklärt die göttlichen Gesetze in einer nie dagewesenen Klarheit und wir haben hier und heute noch einmal die Chance, die Vision einer gerechten Welt, die Vision des Friedensreiches zu realisieren. Der Knackpunkt ist heute derselbe wie in den letzten Jahrhunderten: Tun wir nur so als ob, nennen und Christen, Urchristen oder sonstwas und bleiben trotzdem wie wir sind? Oder setzen wir das, was wir glauben in die Tat um, auch wenn's mal unbequem ist und bleiben in unserem täglichen Leben den urchristlichen Zielen treu? Davon hängt's nämlich ab, dass es diesmal endlich klappt. |
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