Ausgabe No.15 - Der geistige Revolutionär Christus
Juni 2000

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No. 15
  Was im Alter werden kann...


Ein junger Altenpfleger berichtet:
Was im Alter werden kann...


Manche ältere Menschen führen Selbstgespräche. Und das nicht ab und zu, sondern ständig und mit allen möglichen Sachen. Viele sprechen z.B. mit ihrem Mann bzw. mit ihrer Frau, die schon lange gestorben sind. Sie fragen, ob er/sie gerade von der Arbeit kommt oder ob ihre Mutter schon da sei. Danach reden sie scheinbar ganz normal weiter. Andere drehen sich mehr oder weniger in ihrer engen Welt und reden immer über dieselben Dinge oder sie glorifizieren ihre Vergangenheit und verteufeln die Gegenwart.

Ja, Leute, das erlebe ich fast täglich. Ich arbeite nämlich als Pflegekraft mit älteren Leuten. Da kommt es schon mal vor, dass ich von einer Patientin über Wochen und Monate beschimpft und angeschrien werde - Kollegen und anderen Patienten ergeht es nicht anders. Nach längerer Zeit erfahre ich dann, dass diese Person als sehr liebe, nette Hausfrau und Lehrerin bekannt war und keiner der Verwandten sich den Wandel erklären kann. Im Alter scheint die Hemmschwelle zu fallen und der Mensch gibt sich so, wie er in Wirklichkeit ist. Er redet, wie er in Wirklichkeit denkt. Die Schminke ist ab...

Man könnte jetzt überheblich denken: »So werde ich nie!!!« ...


Doch habe ich nicht erst gestern gedankliche Selbstgespräche geführt, in denen ich meinen Kollegen ziemlich übel beschimpfte? ...Wenn der Gedanken lesen könnte!

Fest steht: Altersstarrsinn, kindisches Verhalten oder Verwirrtheit ist kein Schicksal, das uns im Alter zufällig ereilt. Es ist vielmehr das Ergebnis meines lebenslangen Verhaltens, das im Alter zum Ausdruck kommt - so wie ein Computer nur das ausspuckt, was man ihm einprogrammiert hat. Jeder Mensch speichert sein Leben lang all seine Gedanken, Gefühle, alles was er sagt und was er tut, auf seine Festplatte. Im Alter treten dann die ganzen eingespeicherten Charaktereigenschaften deutlicher zu Tage. Fazit: Ich bastele also jeden Tag an meiner eigenen Zukunft.

Anders gesagt: Wie ich in Zukunft sein werde, das bestimme ich heute!


Nochmal: Wie ich in Zukunft sein werde, bestimme ich heute! Mit allem was ich sage, tue, denke, fühle. Wem es egal ist, ob er später mal ein unangenehmer Mitmensch ist, der den Zivis das Leben zur Hölle macht, der kann hier einfach aufhören zu lesen. Wer da keine Lust drauf hat, kann noch ein paar Zeilen weiterlesen oder sich auch den Artikel »Das Laster Lästern - Charakterschule für den homo sapiens« zu Gemüte führen.

REVO-Altersvorsorge-Tipps:

  1. Jeden Abend auf den Tag zurückblicken: In welche Richtung habe ich heute gelebt? In die verbitterte-schmipfende Richtung? In die immer-hübsch-den-anderen-die-Schuld-geben-Richtung?
    Oder hab ich die Leute um mich herum so behandelt, wie ich auch gerne behandelt werden will, nämlich mit Achtung und Verständnis?

  2. Sich genau ausmalen: Wie will ich eigentlich werden? Und wie - in welchen Situationen, mit welchen Leuten - kann ich jetzt diese Eigenschaften oder Charakterstärken entwickeln?

  3. Tja, und dann heißt es: einfach selbstkritisch sein, sich nix vormachen, bei Schwierigkeiten erst mal vor der eigenen Haustüre kehren und starre Routine-Handlungen meiden, also vor allem gedanklich flexibel sein und bleiben!
          

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