Der Prophet

Die Stimme des Herzens,
die ewige Wahrheit, das ewige Gesetz Gottes,
gegeben von der Prophetin Gottes für unsere Zeit

Mai 1997 Teil 1 (von 2)  Nr. 10
Das Fundamentale in unserer Zeit zum
Nachdenken und zur Selbsterkenntnis
Der Jugendliche
und der Prophet

Der Jugendliche:

Grüß Gott ... 
Hallo ... 

E
ntschuldige, aber wenn ich daran denke, daß unser Gespräch aufgezeichnet werden soll als Grundlage für eine kleine Schrift, dann fällt mir absolut keine passende Anrede für dich ein. Wenn wir Jugendlichen von dir oder mit dir sprechen, dann nennen wir dich halt einfach "Gabriele" oder "Gabi". 

Du sagst uns immer wieder, daß du unsere Schwester bist, und so redest du auch mit uns. Aber schließlich könntest du an Jahren unsere Mutter sein. Von Christus und von dir wissen wir, daß wir alle - vom Geist her gesehen - Brüder und Schwestern sind. Das haben wir schon begriffen. In unseren Familien oder bei irgendwelchen Treffen oder in den urchristlichen Betrieben duzen wir ja auch alle. Und wenn wir gemeinsam an etwas arbeiten oder einen am Telefon haben, dann ist es eigentlich mehr oder weniger egal, wie alt er ist. Er ist eben der René oder der Walter oder sie ist die Uli oder die Gabi - einer oder eine, der oder die ebenso selbstverständlich für uns da ist, wie wir für ihn oder für sie da sind. Aber in der Öffentlichkeit? Wie soll ich dich jetzt ansprechen - als "werte Prophetin" oder "liebe Prophetin" oder als "Gabriele" oder als "Gabi"?
 

Der Prophet:

Warum so kompliziert? Aufgrund unserer vielen Gespräche weißt du, daß Prophet kein Titel ist, sondern die Bezeichnung für einen Mahner unter den Menschen. Der Prophet, der Gottesinstrument ist, muß das aussprechen, was Gott sagen will, und das ist den Menschen nicht immer angenehm.

Bisher habe ich nie den Eindruck gehabt, daß ihr Jugendlichen mich als Mahner erlebt, und von mir aus gesehen sind wir uns immer als Geschwister begegnet, auch wenn, wie du schon angedeutet hast, der Altersunterschied gravierend ist, z.B. vom 18. bis zum 64. Lebensjahr. Bleibt das Herz jung, weil die Seele licht geworden ist, also vom Licht Gottes durchdrungen wird, dann spielt das Alter kaum eine Rolle. Das geistige Bewußtsein bleibt aktiv und übermittelt uns immer wieder, daß der geistige Leib, die lichte Seele, nicht altern kann, weil der Geist Gottes das ewige Leben und somit die ewige Jugend ist. Weil Gott, der himmlische Vater, der Vater aller Menschen ist, sind wir in Seinem Geiste alle Brüder und Schwestern. Also halten wir es unkompliziert, so, wie der Geist Gottes nun einmal ist: Du und ihr Jugendlichen alle sagt zu mir schlicht "Gabriele" oder "Gabi" ...

  
Der Jugendliche:

... Wenn du dich mit der in dir erschlossenen göttlichen Weisheit in deine Jugend hineinfühlst: Was würdest du nach der Arbeit tun? Was hättest du für Interessen? Wie würdest du als junger Mensch versuchen, die Welt zu verändern? 

Der Prophet:

Zu eurer ersten Frage: 
Was würde ich also als junger Mensch nach der Arbeit tun? 

Zu meiner Zeit gab es im Berufsleben nicht so viel Freizeit wie heute. Es wurde eigentlich immer bis 18.00 oder 18.30 Uhr gearbeitet, samstags normalerweise bis 14.00 oder 15.00 Uhr. Du fragst mich jedoch, wie ich es halten würde, wenn ich heute so jung wie du wäre und das geistige Wissen hätte.

Wichtig für mich wäre, daß ich nach meinem Arbeitstag die Bilanz meines Tages ziehe und mich selbst auf der Gefühlswaage wäge: Was war heute einigermaßen gut, was weniger gut, was vielleicht sogar miserabel? Alle drei Aspekte - das Gute, Weniger-Gute und das Miserable - würde ich vor mir Revue passieren lassen. Über das Gute würde ich mich freuen und dieses durch Bejahung in meinem Oberbewußtsein festigen. Das Ungute würde ich näher betrachten mit der Frage: Was liegt in meinem Unterbewußtsein, das meinem Oberbewußtsein - also mir - immer wieder Streiche spielt? Denn du mußt wissen, das Unterbewußtsein ist mit einem Killer zu vergleichen, der auf der Lauer liegt, die guten Vorsätze im Oberbewußtsein immer wieder zu "killen", also zunichte zu machen und uns diesbezüglich ins Ungute zu ziehen. Dem Miserablen würde ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Kräften, vor allem mit der Christus-Gottes-Kraft, zu Leibe rücken, also die Spur zur Wurzel verfolgen, um sie mit der Hilfe des Geistes Christi auszumerzen. Gerade das Miserable kann uns zu Taten veranlassen, die wir im Oberbewußtsein gar nicht wollen. Das Miserable ist also ein Riesenkiller, der ständig auf der Lauer liegt, unsere guten Vorsätze zu töten und unsere Entwicklung ins Negative zu lenken.

Mit der Hilfe des Christus Gottes würde ich also meinen Tagesabschluß machen und den Weg gehen, den uns Jesus von Nazareth aufgezeigt hat: Erkenne deine Sünden, bereue und bereinige sie, und tue sie nicht mehr. Das Nicht-mehr-Tun ist entscheidend. Dazu brauchen wir eine Portion Kraft, um göttliche Gesetzmäßigkeiten im Oberbewußtsein zu halten, denn der Killer Unterbewußtsein, in dem das Ungute und Miserable noch angesiedelt und lebendig sind, versucht immer, das Oberbewußtsein einzufangen, uns also zu der Wiederholung der alten Laster, des Unguten, das auf unserer Seele, auf unserem wahren Wesen lastet, zu veranlassen. So wie ich es aus meiner heutigen Sicht in meiner Jugend gehalten hätte, so halte ich es jetzt im Alter: Täglich mache ich meinen Tagesabschluß ... 

Was würde ich heute, als junger Mensch, noch tun? 

Ich würde all das verwirklichen, was mir am Herzen liegt, z.B. malen, schwimmen, Sport treiben, z.B. Tennis spielen oder andere Sportarten, die es heute gibt, und zwar solche, bei denen ich von anderen nicht abhängig bin, z.B. keinen Leistungssport, um damit Geld zu verdienen. Zum einen würde der Leistungssport mein Gefühlsleben überfordern, zum anderen wäre ich von einem Trainer abhängig, auch von Menschen, die mir meine Trainingsstunden bezahlen und nicht zuletzt vom Publikum, das mich anfeuern soll, damit ich noch mehr Leistung bringe. 

Ich würde auch meinen Freundeskreis pflegen ...

Du fragst mich, ob ich als junger Mensch mit dem heutigen geistigen Wissen den Versuch machen würde, die Welt zu verändern. 

Warum nicht! Ich würde jedoch nicht auf die Straße gehen und protestieren, mich hierfür besonders ausrüsten, um meinen Mitmenschen Angst und Schrecken einzujagen. Mein Anliegen wäre, zuerst mich selbst zu verändern, mir klarzuwerden, was ich wirklich möchte und ob mein Lebensziel die Herbeiführung einer besseren geistig souveränen und aufgeschlossenen Gesellschaft sein kann. Ich würde mich nicht utopischen Vorstellungen hingeben, sondern mir klare und lebensnahe ethisch-moralische Ziele setzen, die ich dann auch zu erringen trachten würde. Weißt du, lieber Martin, wer im Kleinen bei sich selbst beginnt, höhere ethische Ziele zu verwirklichen, wer sich also selbst verändert und nicht nur andere ändern will, der wird ein gutes Vorbild und zieht mit der Zeit jene Menschen an, die Gleiches oder Ähnliches wollen. Ob sie dann auch halten, was sie sich vorgegeben haben, das kannst du nicht beeinflussen. Es werden aber immer Menschen darunter sein, die es ähnlich wie du halten und so zu den Werten finden, die eine sittlich orientierte Gesellschaft lebensfähig und wertbeständig machen ...

  
Der Jugendliche:
A
uf meinem Notizzettel stehen noch eine ganze Reihe von Fragen. Ich lese mal die nächste vor: Für uns Jugendliche gibt es ganz starke Mode-Trends: Bunte Haare, Piercing, Siebziger-Jahre-Klamotten und Marken, die jeder haben "muß". Was würdest du machen? Würdest du auch mit grünen Haaren, Schlaghose und Plateauschuhen herumlaufen, oder würdest du ein weißes, wallendes Gewand tragen?

Der Prophet:
I
n mein Gefühlsleben als junger Mensch kann ich mich gut hineinspüren. Auch eure Empfindungswelt ist mir nicht fremd. Da in jeder Situation der freie Wille gewahrt werden soll, will ich das, was in der heutigen Jugend vorherrschend ist, nur global ansprechen, will euch also nicht verändern. Das muß aus jedem selbst kommen. 

Wie hätte ich mich als Jugendliche verhalten, wenn damals die heutigen Möglichkeiten und Modetrends aktuell gewesen und mir das Wissen um Gesetzmäßigkeiten Gottes gefehlt hätte? Sicher wäre ich auch ein Nachahmer gewesen, der sich ähnlich gegeben hätte, wie sich viele der heutigen Jugendlichen verhalten, um letztlich nicht abseits zu stehen, ohne Freunde. Dem "Piercing" hätte ich mich sicherlich nicht unterzogen, denn Stechen und Schlagen, und seien es nur die verschiedensten Stiche in Nase und Wangen, waren mir schon immer zuwider. So meinen Körper auf Dauer zu prägen, stand mir nie im Sinn. Ein weißes, "wallendes" Gewand hätte ich nicht getragen und trage es auch heute nicht, denn wer sich aus der Masse durch Verkleidung herausheben will, hat einiges zu verbergen. Er will sich anders geben, als er ist, und das, wie er ist, will er mit allen Möglichkeiten und Tricks verbergen. Deshalb kleidet er sich von der Masse abstechend.

Keinesfalls möchte ich euch Jugendliche belehren, denn jeder Mensch soll selbst auf die Wurzel seiner Gefühle, Gedanken und Wünsche kommen, die ihn bestimmen, sich im Äußeren zu verändern. Was also will er damit bezwecken? Hätte ich in meiner Jugend das Wissen um göttliche Gesetzmäßigkeiten gehabt, dann wäre ich sicherlich kein Nachahmer geworden - denn das geistig-göttliche Wissen gibt dem jungen wie dem älteren Menschen die Möglichkeit, die Hintergründe seines Verhaltens zu analysieren, diese zu verarbeiten, zu überwinden und somit unabhängig und frei zu werden. Erforschen wir nun gemeinsam die Hintergründe der bunten Haare, des Piercing, der Siebziger Jahre Klamotten und der Marken, die jeder haben "muß". Beginnen wir bei der Natur. 

Der Mensch ist ein Naturkörper, der aus Wasser und Erde besteht. Betrachten wir den Naturkörper Erde, so erkennen wir, daß er sich nur gemäß den Jahreszeiten verändert. Im Frühling erwacht die Natur; es blüht. Im Sommer erleben wir die Reifegrade der Früchte und im Herbst das Zurückgehen des Lebenssaftes. Der Winter bringt die Ruhephase und da und dort das weiße Kleid, den Schnee. Die Veränderungen in der Natur vollziehen sich ohne das Dazutun des Menschen also in Zyklen. Greift der Mensch durch Kreuzungen, Genmanipulationen und, wie derzeit ans Tageslicht kommt, auch durch Klonen in die Abläufe der Natur ein, so kann er wohl die äußeren Formen der Natur verändern, die Grundwesenszüge, die geistig-göttlichen Strukturen, bleiben. 

Was ist das Motiv eines Menschen, der sein Naturell verändert? Was liegt dem zugrunde? Warum also verleugnet der einzelne sein Wesen, paßt sich an, verbiegt sich, übernimmt fremde Programme, Ansichten anderer und setzt viel Energie ein, so zu scheinen, wie er nicht ist? Weil selten ein Mensch seine Verhaltensmuster und Verhaltensweisen analysiert, um sich selbst zu erkennen, wird er zum Nachahmer oder Opponierenden gegen einzelne oder gegen die Gesellschaft. 

Viele Jugendliche lassen sich in diese Kategorien einreihen. So manchem Jugendlichen gefällt nicht, wie sich z.B. seine Eltern verhalten, was diese denken und reden. Auch die Gesellschaft, in der er lebt, geht ihm in mancherlei Hinsicht "gegen den Strich". Weil der junge Mensch mit seinen Vorstellungen, Ansichten und Meinungen bei den Eltern, bei weiteren Bezugspersonen und in der Gesellschaft nicht ankommt, weil er die Erfahrung macht, als inkompetent, unerfahren und unverständig abgewiesen zu werden, opponiert er zuerst mit Worten, Gesten und Verhaltensweisen. Später dann, wenn er erkennen muß, daß er seine Vorstellungen und Meinungen dennoch nicht durchzusetzen vermag, beginnt er zu rebellieren und kleidet sich vielfach als Rebell der Gesellschaft. So mancher denkt: Wenn ich schon nicht angehört werde und mich nicht durchsetzen kann, wenn ich also nicht "geachtet" werde als der, der ich bin, dann müssen sie mich eben anschauen, "wie ich bin", und mir auf diese Weise Be-achtung zollen. Deshalb legt man sich oftmals die bunten Haare zu und schaltet sich - durch Nachahmung, in Anlehnung an das Prinzip, daß Einheit stark macht - gleich mit vielen anderen etwa Gleichaltrigen - durch die erwähnten Klamotten der 70er Jahre, das Plateau-Schuhwerk, durch vom Üblichen abweichende Verhaltensweisen und, und, und.

  
Der Jugendliche:
D
arf ich dazu mal was sagen? Wir, das heißt die Jugendlichen, die ich näher kenne, haben alle durchaus das Gefühl, daß das so nicht gut ist, Gabi. Aber was soll man machen? Wie sollte und wie kann es überhaupt anders laufen? Das ist die Frage, wo wir nicht weiterwissen.

Der Prophet:
D
ie Natur zeigt uns den ungekünstelten und geradlinigen Lauf unseres Lebens. Wir Menschen wollen oftmals unseren irdischen Lebenslauf bestimmen und verhalten uns in mancherlei Hinsicht wie Clowns, die sich bunt schillernd dem Publikum darbieten. Damit sind nicht nur die Jugendlichen angesprochen, sondern vor allem jene, die Erwachsene sein wollen und die vorgeben, gesellschaftsfähig zu sein. 

Betrachten wir die Jahreszeiten. Der Frühling möchte nicht der Sommer sein und der Sommer nicht der Frühling. Der Herbst will nicht der Sommer sein, der Winter nicht der Herbst. Viele Menschen jedoch glauben, wenn sie in der Mitte ihres Lebens stehen, also im Sommer oder Spätsommer, der Frühling sein zu müssen. Dementsprechend putzen sie sich heraus. Sie wählen für sich eine Haartracht oder eine Kleidung, die der Jugend, dem Frühling, entspricht und nicht dem Menschen, der in der Mitte seines Lebens steht, im Sommer. Wer im Herbst des Lebens steht, der will oftmals das Leben der Mitte, den Sommer, herbeiholen; darum färbt er seine Haare und legt genau die Kleidung an, die für junge Menschen geschaffen ist, in der Absicht, daß ihn dies jugendlich machen soll. Für einen solchen Menschen spielt es keine Rolle, ob er damit eventuell seine Unreife zeigt. Wichtig ist für ihn, daß er so scheint, wie er nicht ist. Wer im Winter des Lebens steht, dessen Haar schon weiß ist wie der Schnee, will es häufig auch nicht wahrhaben. Er hofft, die Merkmale seiner Lebensphase übertünchen zu können, um wenigstens noch den Herbst herbeizuholen. Die Tünche ist dann das braun- oder rotgefärbte Haar, Make-up in mehreren Schichten, und Kleider, die noch ein wenig das zeigen wollen, was letztlich nicht mehr ist: ein schlankes Bein im schicken Schuh. Was herausschaut, ist das alte Bein, vielfach mit Krampfadern durchwirkt, das in Schuhen steckt, die nur noch das Bein eines Menschen im Sommer schmücken würden.

Liebe Jugendliche, ihr seid also nicht allein mit eurer unüblichen gesellschaftlichen Tracht. Es gibt ein geflügeltes Wort, das heißt: "Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen." Wollt ihr euch dieser Aussage zuordnen, oder wollt ihr sie verändern, indem ihr euch aufmacht und euch eine andere Parole zulegt, z.B.: "Wie die Alten sungen, so zwitschern wir nicht, die Jungen".

Für euch Jugendliche könnte z.B. folgendes bedenkenswert sein: 

Hat der Mensch vor sich selbst Achtung, dann pflegt er auch seinen Körper und kleidet sich entsprechend. Nichts gegen Jeans und Pullover, aber immer zur rechten Zeit. Eine ordentliche Kleidung kann nur von einem ästhetisch ausgerichteten Menschen bevorzugt werden, dessen Körper gepflegt ist. Ein solcher Mensch wird sich auch ordentlich, also gepflegt kleiden. Achtest du dich selbst, indem du bewußt lebst, dann achtest du auf das, was du denkst, kontrollierst deine Rede, und bist dir immer bewußt, daß du mit deinem Fühlen, Denken, Sprechen und Handeln, auch mit all deinen Wünschen und Leidenschaften dein eigenes Menschenbildnis schaffst, mit dem du auf deine Nächsten einwirkst. 

Warum eigentlich verkleidet sich jedes Alter? Weil selten ein Mensch in der Gegenwart lebt und seine Tage und seine Stunden nützt. Wer im Frühling seines Lebens nicht die Tage des Frühlings nutzt, indem er innere Werte schafft, also eine höhere Ethik und Moral anstrebt und sich der Sittenlehre unterzieht, der verliert sich selbst und gerät in die Selbstentäußerung.

So vergeudet ein solcher Mensch seine in diese Welt mitgebrachten Lebensinhalte im ständigen Nachdenken, was er will, das er eben nicht hat und vielleicht auch nie bekommen wird. Dann klammert er sich eventuell an den Fernsehapparat, um mit so manchem Schauspieler gedanklich die Rolle zu tauschen, weil er sein will, wie dieser auch nur spielt. Oder er sucht sein "Heil" im Computer, indem er das Internet durchforstet nach dem, was die Welt alles zu bieten hat und wo er sich einklinken könnte, um das nachzuahmen, was in der Welt seiner Bedürfnisse und Wünsche liegt. Zusätzlich verändert er sein Äußeres, eventuell durch Verkleidung und übertriebenes Verhalten. 

Weil also die wenigsten Menschen ihre irdischen Lebensabschnitte bewußt leben, weil die wenigsten das bewältigen und erfüllen, was für sie in der Energie des Tages liegt, sind sie beständig bestrebt, etwas nachholen zu wollen, was schon längst Vergangenheit ist. Weil sie das nicht einsehen wollen, sind sie der Ansicht, dann, wenn sie sich verkleiden, könnte noch einiges nachgeholt werden.

Liebe Jugendlichen, wollt ihr auch so zwitschern, wie die Alten über Generationen sangen und singen? Oder wollt ihr euer Leben in die Hand nehmen, indem ihr euch der Sittenlehre unterzieht und euch höhere ethisch-moralische Werte aneignet? Dann zwitschert ihr nicht, wie die Alten sungen. Durch euch und letztlich mit der Hilfe des Geistes Gottes entsteht dann eine wertvolle christliche Gesellschaft, die für das Leben ist, das sich jeden Tag aufs neue zeigt und auch für das Leben der Naturreiche. Daraus ergibt sich die Einheit mit allen positiven Kräften der Unendlichkeit und das Gleichmaß unter den Menschen. Dann schwinden übermäßiger Reichtum und erbärmliche Armut. 

Betrachten wir unsere heutige Gesellschaft, in die sich auch die Eltern einbinden, im Hinblick auf die göttlichen Gesetzmäßigkeiten und den gesetzmäßigen Ablauf der Natur, so finden wir eine abgekapselte Gesellschaft von Meinungsmachern und Gleichschaltern vor, von sogenannten Erwachsenen, die aber niemals erwachsen werden, denn auch sie sind Nachahmer und Clowns, um so recht und schlecht "gesellschaftsfähig" zu bleiben. Schlägt der Jugendliche "über die Stränge", bricht er aus diesem starren Gefüge aus, dann schüttelt die Gesellschaft nur den Kopf, und so mancher blickt abwertend auf den herab, der z.B. einen besonderen Haarschnitt hat oder bunte Haare trägt, Siebziger-Jahre-Klamotten, Schlaghosen, Plateauschuhe und anderes mehr. Was jedoch dahintersteckt, danach fragt kaum einer der Gesellschaftssüchtigen, denn sie stehen, wie im Naturbild dargelegt, nicht in ihrem zyklischen Lebensablauf, in ihrer Realität, sondern in der Verkleidung.

Hand aufs Herz, liebe Jugendliche: Noch seid ihr nicht ausgegoren, ebensowenig wie die gesellschaftssüchtigen Erwachsenen. Deshalb reiben sich vielfach Jugend und Alter an den unterschiedlichen Meinungen und Vorstellungen. So mancher junge Mensch, der als Jugendlicher ein Rebell gegen die Gesellschaft und gegen die Gesellschaftssüchtigen war, wurde mit etwa 30 Jahren ein Konformist und Opportunist, ließ sich in die Gesellschaft, in ihre Spielregeln und ihre Scheinmoral einbinden und wurde einer der ihren, der dann auch dem Ansehen, dem Erfolg, der Macht und dem Geld nachjagte und nachjagt. Warum eigentlich?

Analysieren wir die Anliegen der Jugend, die, meist aufgrund mangelnder Erfahrung, nicht ausgewogen, sondern eher Phantastereien sind, dann erkennen wir, daß die Jugend wohl so manches verändern möchte, aber keine Erfahrung hat, wie dieses vor sich gehen könnte. Auch viele Eltern und viele der Gesellschaftsanwärter mit ihrem Trend nach oben können heute die jungen Menschen nicht anleiten, weil sie bei sich selbst die Lebensqualitäten, die eine Gesellschaft stabil machen und diese qualitativ prägen, die das Gemeinwohl in allen Lebensbereichen benötigt, nicht kennen. Jeder der Gesellschaftssüchtigen will nur für sich, entsprechend dem Prinzip: "Alles nur für mich - der andere ist mir letztlich egal." 

Obwohl in unserer Gesellschaft viel über Jugendarbeit und Hilfe für die Jugend gesprochen und diesbezüglich vielleicht auch so manches getan wird, so fehlt doch die Basis, auf der ein Jugendlicher aufbauen könnte. Es gälte z.B., den jungen Menschen und seine Wesenszüge verstehen zu lernen. Es gälte zu erarbeiten, warum er aufbegehrt, weshalb er durch äußeres Verhalten opponiert. Es gälte zu erfassen, warum er sich als Jugendlicher unter Jugendlichen gleichschaltet und warum er sich später, mit etwa 30 Jahren, in die scheinbar allwaltende Ego-Gesellschaft einreihen läßt, seine zumindest im Ansatz oft vorhandenen Ideale und Werte wie Gleichheit und Freiheit aufgibt und den jahrtausendelangen "Mode-Trend" mitmacht: "Ich! Ich! Ich! Alles nur für mich!" 

Viele junge Menschen glauben an die Reinkarnation und sind sich bewußt, daß die verschiedenen Wesenszüge des Menschen vererbte oder aus Vorinkarnationen mitgebrachte Anlagen sind. Jeder bringt andere allzumenschliche Attribute mit in dieses Erdenleben. Was im Menschen an allzumenschlichen Wesenszügen aktiv ist, das prägt sowohl den Erwachsenen als auch den Jugendlichen. 

Die Jugendlichen wie auch die Erwachsenen unterziehen sich - der eine mehr, der andere weniger - der äußeren Gleichschaltung. Jeder ist der Ansicht, daß sein Gesellschaftswertmaß dem Gesellschaftszweck dienen würde. Blicken wir hinter den Gleichschaltungsmechanismus, dann spüren wir, wo es hingeht. Entweder man möchte, wenn möglich, ein großes Stück vom Kuchen der Gesellschaft, oder man will etwas werden oder seine Stellung behalten und diese gegebenenfalls noch ausbauen. Selten stellt sich der Gesellschaftssüchtige die Frage, ob das, wonach er strebt, moralisch oder unmoralisch ist. So mancher denkt: Egal, wie es ist, ob Gleichschaltung oder nicht, "wichtig ist, daß das Stück vom Gesellschaftskuchen für mich möglichst groß ist". 

Wäre ich heute jung und hätte diesen Durchblick und hätte zugleich das Wissen um die geistigen, höheren ethisch-moralischen Werte, dann wäre ich sicher bestrebt, den Nächsten verstehen zu lernen, ihn anzunehmen, statt ihn abzuwerten, mich nicht über ihn zu stellen, sondern mich an seiner Seite zu sehen, das heißt, ihm gegenüber wohlwollend und tolerant zu sein, also das anzuwenden, was schon in der Bergpredigt steht: Was du willst, daß andere dir tun, das tue du ihnen zuerst. Von dem Nachahmungstrend würde ich dann sicherlich ablassen und mich so verhalten und kleiden, wie es mir edlere moralische und ethische Werte sagen. Entsprechend meinem heutigen geistigen Wissen - "Gleiches zieht immer wieder Gleiches an" - wäre mir auch bewußt, daß ich Freunde finden würde, die Gleichem und Ähnlichem zustreben. 

Nur im Bewußtsein und in der Erfüllung göttlicher Gesetzmäßigkeiten kann die Jugend eine ethisch-moralisch wertvolle Gesellschaft aufbauen, die nicht nur hohe Gedanken über das Gemeinwohl pflegt und schöne Reden darüber hält, sondern das Gemeinwohl auch aktiv für alle fördert, was besagt, daß die gravierenden Unterschiede zwischen Reich und Ärmlichst nicht sein dürften. Ein solcher Jugendlicher, der seine inneren Werte herausarbeitet, die in jedem Menschen liegen, wird sich dann, wenn er über 30 Jahre alt ist, auch nicht gleichschalten, also in die Ego-Gesellschaft mit ihren Machtansprüchen und ihrem Wohlhabenheitsdenken einbinden lassen. 

Werfen wir noch kurz einen weiteren Blick auf die Natur. Der Frühling ist die Jugend. Kein Blatt und auch keine Blume wird sich aus eigenem Antrieb einfärben. Sie sind schön, so, wie sie sind. Kein Tier läßt sich das Haarkleid färben oder anderweitig in seiner Art verändern. Es ist, wie es ist, und so ist es schön. Kleidet sich der Jugendliche so, wie es seinem Typ entspricht und auch entsprechend seinen sich aufbauenden inneren Werten, dann bringt er seine jugendlichen Tugenden und Charakterwerte zum Ausdruck. Der Sommer, die Reife und auch die schon beginnende Erntezeit symbolisieren dann den Menschen, der über Qualitäten und Fähigkeiten verfügt, also über ausgeprägte berufliche Werte, die er sich durch Fleiß und Ausdauer, aber auch durch Gemeinschaftssinn sowie durch die Anerkennung und die Beachtung ethischer und moralischer Kategorien angeeignet hat. Solche Menschen stehen aktiv im Berufsleben und werden Früchte bringen - und nicht nur an sich denken, sondern auch an das Wohl für alle. Sie sind reich an inneren Erfahrungen und haben gute Charaktereigenschaften. Sie bevorzugen das echte Gemeinwohl vor übersatter Wohlhabenheit. Solche Menschen reden nicht nur vom Gemeinwohl, sondern setzen sich dafür ein, daß es allen Menschen so weit gut geht, wie diese danach streben, dem Gemeinwohl zu dienen und diesem qualitativ förderlich zu sein. 

Jeder von uns weiß: Wer dem Gemeinwohl schadet, der schadet sich selbst; er schließt sich allmählich aus der Entwicklung des Gemeinwohls aus und baut nur auf sein Eigenwohl. So agiert die heutige Gesellschaft. Wie man nun sieht, hat diese keinen Bestand. Wollen wir eine ethisch-moralisch hochstehende Gesellschaft, dann sollte sich diese aus einer Jugend entwickeln, die nicht nur rebelliert, sich mit bunten Haaren, Piercing, Siebziger-Jahre-Klamotten und Marken, die jeder haben "muß", mit Schlaghosen und Plateauschuhen zur Schau stellt, sondern innere, also hochstehende Werte entfaltet, die für eine sittlich geprägte Gesellschaft bürgen. 

Diese fördert den Gemeinwohlsinn für alle Menschen, die im echten Gemeinwohl denken und handeln wollen und die qualitative Fähigkeiten in Familie und Beruf entwickeln. 

  
Der Jugendliche:

Jetzt wird mir manches klar! Daß man durch die Demonstration "Wir wollen es anders" und durch Rebellieren keine bessere Welt schaffen kann und daß es letzten Endes an jedem einzelnen liegt, was er aus seinem Leben macht. Keiner kann sich anstelle des anderen verändern, keiner kann eine gute Gesinnung seinen Mitmenschen aufzwingen oder höhere ethische und moralische Werte. 

Gabi, du sprichst von der Konfrontation rebellierender Jugendlicher mit der Gesellschaft. Aber es sind auch oft unsere Eltern, mit denen wir - im ganz persönlichen Be-reich - zusammenstoßen. Wir finden, sie reagieren häufig einfach "spießig" und stellen sich quer.

Der Prophet:

Hier möchte ich doch mal an euch Jugendliche appellieren, für eure Eltern, eventuell auch eure Großeltern, Verständnis aufzubringen. Wie oft hört man von Jugendlichen sinngemäß: "Meine Eltern stellen sich quer. Sie sind schrullig. Sie sind imkompetent, was die heutige Jugend betrifft." Ich habe im Lexikon nachgeschlagen, was "schrullig" bedeutet. Da steht, "schrullig" heißt: "befremdende lächerlich wirkende Angewohnheiten oder Prinzipien habend und eigensinnig daran festhaltend; seltsam, närrisch, etwas eigen, verrückt." 

Wenn ihr die heutige Wohlstandsgeneration mit den früheren Generationen vergleichen könntet, dann würdet ihr für eure Eltern und eventuell Großeltern mehr Verständnis haben. Nicht alle Eltern oder Großeltern könnt ihr in den einen Topf "schrullig" werfen, denn in den zurückliegenden Generationen, in welchen eure Großeltern und Eltern in der Pubertät waren, gab es ganz andere Lebensgewohnheiten. Gerade in der Zeit der Großeltern gab es eine verpflichtende, strenge Etikette; dies hatte man zu lassen, und jenes hatte man zu tun. Da gab es für die Jugendlichen kein Wenn und Aber. Es gab das "Man tut das" und "Man tut das nicht", auch bezüglich oftmals zu hoch gesteckter Tischsitten oder des Benimm in einer Gesellschaft, die sich eine besondere Ausdrucksweise angewöhnt bzw. aufgesetzt hat. Für Kinder war vieles vorgeschrieben. Der Junge mußte bei der Begrüßung von Erwachsenen, in manchen Fällen auch von Gleichaltrigen, einen Diener machen, das Mädchen einen Knicks. Es gab für den Sonntag bestimmte Kleider und Schuhe, die am Werktag nicht getragen werden durften. Die damaligen Eltern wachten streng über ihre Kinder, mit wem diese Umgang hatten und daß sie keine voreheliche Beziehung pflegten. 

Die Kinder und auch noch die Jugendlichen hatten meist wenig persönliche Freiheit. Sie hatten generell folgsam und brav zu sein, also angepaßt. Das Leben von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter war vielfach von Strenge, von starren Vorschriften und Verboten durchzogen, damit die Kinder vor den Verwandten und Freunden als Paradebeispiele glänzten. 

Nicht immer waren die Eltern der damaligen Generation selbst so untadelig, wie sie ihre Kinder erzogen. Was sie sich heimlich gönnten, verboten sie vielfach ihren Kindern, die selbstverständlich zu gehorchen hatten und dieses weitgehend auch taten. Aus ihrem eigenen Verhalten leiteten sie häufig die Erziehung ihrer Kinder ab. 

Bei euren Eltern ging es meist nicht mehr so förmlich und steif zu, wie es bei den Großeltern gewesen war. Doch auch sie bekamen - wie ihr sagen würdet - den muffigen Hauch vergangener Generationen mit. Das Verhalten eurer Großeltern oder auch Eltern könnt ihr also nicht global als "schrullig" bezeichnen. Es zeigt die Prägung durch die damalige Erziehung, der sich bestimmt so mancher ehemalige Jugendliche auch entzog - zum Entsetzen der Angehörigen, denen das "schwarze Schaf" in ihrer Familie peinlich war. Sicher können die Großeltern und die Eltern auch davon berichten, wie sie hin und wieder aus Mutwillen das taten, was sie nicht sollten, wie sie Streiche ausheckten und anderes mehr. Das blieb aber die Ausnahme in der bürgerlichen Gesellschaft von damals. 

Ihr Jugendlichen seid in die Hochblüte eines sogenannten Wirtschaftswunders hineingeboren, in eine Gesellschaft, die die wesentlichen ethisch-moralischen Grundsätze - von Etikette und besonderem Verhalten will ich gar nicht sprechen - weitgehend verloren hat. Eure Eltern sind zwar in dieses Wirtschaftswunder hineingewachsen, haben aber ihre Erziehung noch durch ihre Eltern erhalten, deren Normen sie entscheidend geprägt haben. Verhaltensprogramme, die sich in der Kindheit und Jugend ausprägen, sind oft noch das ganze irdische Leben lang mehr oder weniger wirksam. Viele der älteren Generation können das heutige Verhalten der Jugend, das durch das Wirtschaftswunder einen riesigen Generationssprung gemacht hat, nicht verstehen, da in ihnen immer noch das Erziehungsbild ihrer Kindheit und Jugend lebendig ist. Aus dieser Prägung heraus erziehen sie nun vielfach ihre Kinder und wirken mit den Maßstäben und Normen von damals auf euch Jugendliche ein. 

Halten viele von euch die Eltern für inkompetent bezüglich der heutigen Jugend, so möchte ich ihnen zu bedenken geben, es könnte sich schlichtweg um einen Mangel an Erfahrung handeln. Eure Eltern kennen sich mit eurem Lebensstil nicht aus, weil "früher alles anders" war. Sie können euch in mancherlei Hinsicht nicht verstehen, weil sie keine Erfahrung haben in vielem, was für euch in dieser blühenden Generation selbstverständlich ist. Da sie durch diesen Generationensprung in der Erziehung ihrer Kinder unsicher sind, reagieren sie zuweilen zu heftig oder gar zu altertümlich, eben aus dem Erinnerungs- und Erfahrungspotential ihrer Kindheits- und Jugendzeit heraus. 

Wie wäre es, wenn ihr Jugendlichen euch darüber unterhalten und euch vergegenwärtigen würdet, daß eure Eltern nun mal nicht wie ihr in der Wohlstandsgesellschaft groß geworden sind? Sprecht, so ihr mögt, auch darüber, daß eure Großeltern und Eltern in ihren Kinder- und Jugendjahren eine überzogen strenge und reglementierende Erziehung erfahren mußten, daß sie aus dieser allerdings auch hin und wieder heimlich ausbrachen. Dann taten sie Dinge, die durchaus nicht immer harmlos und ungefährlich waren, was den Eltern bestimmt zu schaffen gemacht hätte, sofern sie davon erfahren hätten. Auch diese Erinnerungen und Erfahrungen vom Ausbrechen aus der Enge einer autoritären Erziehung in ihrer Jugend wirken mit in eure Erziehung hinein, in der heimlichen Sorge, ihr könntet es ebenso halten wie sie damals. Die Angst und Besorgnis der Eltern resultiert häufig auch aus dem Bestreben, euch vor Schaden zu bewahren. Auch euer Auto- und Motorradfahren, das hin und wieder mehr ein Rasen ist, gibt euren Eltern Anlaß zu Beunruhigung. Sie sorgen sich um euer Wohl und um euer Leben.

Manche Eltern bedauern rückblickend, daß ihre Jugend von Bevormundung, Zwang zu Gehorsam, von Einschränkungen, Verboten, also von autoritärem Druck überschattet gewesen ist. Sie freuen sich, daß sie Derartiges ihren heranwachsenden Söhnen und Töchtern nicht mehr zumuten müssen. Andere wieder neiden der Jugend ihre Freiheit und Freiheiten.

Mit diesen meinen Worten möchte ich bei euch Verständnis für eure Eltern wecken. Vielleicht lernt ihr in Gesprächen unter Jugendlichen und mit euren Eltern auch eure Eltern zu verstehen. Dann könntet ihr eventuell erfassen und erleben, warum sie so sind, wie sie nun mal reagieren. Ein ehrliches Bemühen beiderseits, vor allem auch von euch Jugendlichen mit eurer Vorstellungswelt, würde so manches Urteil wie z.B. "schrullig" und "inkompetent" aufheben und euch helfen, euch und eure Eltern als die zu sehen, die ihr seid: jüngere und ältere Geschwister, die zusammen durch dieses Erdenleben gehen und durch manches Positive miteinander verbunden sind. 

Stehen dann eure Eltern im Herbst des Lebens und ihr seid erwachsen, berufstätig und habt evtentuell schon selbst eine Familie, dann wird so mancher eurer Eltern sagen: Hätte ich in jener Zeit, als meine Söhne oder meine Töchter in der Pubertät waren, nur nicht so heftig reagiert; hätte ich dies oder jenes nur nicht gesagt oder gar erzwungen. Im Rückblick erkennt aber auch so mancher Erwachsene: Es konnte kaum anders laufen, als es gelaufen ist. Ich war damals nun mal so, und die Kinder waren nun mal so. Vielleicht denkt so mancher Elternteil still bei sich: Sie waren letztlich ähnlich, wie ich gewesen bin ... 

  
Der Jugendliche:

Wir werden uns das mal durch den Kopf gehen lassen und darüber sprechen. 
Eine weitere Frage: Wenn man nach den Medien geht, dreht sich im Alltag von uns Jugendlichen alles um "Sex, Drugs und Rock'n Roll". Wir machen zwar vieles mehr oder weniger mit, ohne groß nachzudenken, gelegentlich haben wir auch von uns aus so richtig Spaß daran, mal einen "draufzumachen". Wie merken wir, was für uns richtig ist?

Der Prophet:

Wir sprachen schon von unserer Gesellschaft, die sich, wie ich kurz erwähnt habe, von den ethischen und moralischen Normen entfernt hat. Weshalb ist das so? Wer längere Zeit über unsere heutige Gesellschaft, über das ganze Für und Wider der Menschheit, über die extremen Entwicklungen in Forschung und Technologie, über die diversen Aktivitäten der Massenmedien, über all die Ausschweifungen wie Sex, Drugs und "Rock'n Roll", über Geldmachen, Mord und Sexualverbrechen und, und, und nachdenkt und von der Lehre Jesu, des Christus, her beleuchtet und sieht, wie die Jugendlichen dem allem ausgeliefert sind und mitgezogen werden, der kommt zu der Erkenntnis, daß die Jugend der zurückliegenden Generationen keine Vorbilder hatte. Generation für Generation orientierten sich die einzelnen an der Masse, und die Masse orientierte sich an den Reichen. Viele der Reichen lebten und leben ein ausschweifendes, ein von Geld und Macht geprägtes Leben, ähnlich, wie es sich vor dem Zerfall vieler der sogenannten Hochkulturen zeigte.

Wer die Worte "ich bin ein Christ" oder gar "ich bin eine christliche Obrigkeit, wie Kardinal, Bischof, Pfarrer, Priester" usw. in den Mund nimmt, der müßte auch das Vorbild oder zumindest ein gutes Beispiel für die Erfüllung der christlichen Lehre sein, der Lehre des Jesus von Nazareth. Weil aber die meisten kirchlichen Obrigkeiten die geistig-ethischen Grundwerte, die uns Jesus von Nazareth lehrte, selbst nicht befolgen, sondern aus ihrer sogenannten christlichen Kirche ein Machtgefüge und Brimborium machten, das viele kirchliche Zugeständnisse an Reiche birgt, haben die sogenannten Seelenhirten den Durchblick für die christlichen Normen, die uns Jesus von Nazareth lehrte, verloren, und somit ist auch ihrer Herde - ihren Nachfolgern, die sich wie sie protestantisch und katholisch nennen - die Verbindung dazu verlorengegangen. Unsere derzeitige Gesellschaft ist auf dem niederen Niveau früherer "Hochkulturen" während der Zeit ihres Niedergangs angelangt, um wie einst Rom und Babylon zu zerfallen. 

Hat der Mensch keine ethisch-moralischen Werte mehr, sind seine Grundbedürfnisse Macht, Ansehen, Reichtum, Befriedigung des Körpers durch Sex, Völlerei, Trunksucht bis hin zum Drogenkonsum. Dann verliert er vielfach auch das Gefühl, um zu erspüren, was recht und unrecht ist. 

A propos Gefühl: Wenn du Gesellschaftshungrige befragst, was das Gefühl ist, dann werden sie dir vielleicht zur Antwort geben: Gefühl ist unmodern. Es muß ausgeschaltet werden, um das Leben ungestört genießen zu können. Gerade das Gefühl - nicht zu verwechseln mit Gefühlsduselei - ist eine wertvolle Gabe; es ist die Waage unseres Gewissens, auf der wir wägen können, was recht und unrecht ist.

Wer das Gefühl ausschaltet, für den ist alles rechtens. Ob er jede Woche zwei oder drei verschiedene Partner hat, ob Ehebruch oder nicht, ob andere seinetwegen darben, leiden müssen oder gar zugrunde gehen - wichtig ist, daß die Droge stimmt, ob sie Sex heißt, Völlerei, Trunksucht, Macht, Gewalt, Geldgier, Lug und Trug oder die rechte Dosis eines Rauschmittels. Beobachtet man Massenmedien, Filme und Fernsehen mit ein wenig Abstand, so erkennt man, daß sich das meiste um Mord, Betrug, Liebe und Sex dreht. Warum ist unsere Gesellschaft ethisch und moralisch derart niveaulos geworden? Weil jeder einzelne in der Gesellschaft nur an sich denkt oder nur an seinen Glaubensverband oder an seine Partei, an sein Kapital, an seinen Genuß und an seine Güter. Also alles nur für das persönliche Wohl. 

Wie der Nächste wohl empfindet und wie es diesem zumute ist, ist dem Menschen vielfach egal - ob der Nächste mit seiner geringen Habe zurecht kommt; wie es der Frau oder dem Mann ergeht, die mit ihren Kindern allein dastehen, weil der Partner andere Liebschaften eingegangen ist; wie es den Jugendlichen ergeht, die unter Drogeneinfluß leiden; wie es der Familie ergeht, die Haus und Hof verlassen mußte, weil sie die Zinsen nicht mehr zahlen konnte; wie es dem Arbeitslosen und Sozialempfänger geht ... Jeder ist jedem egal, Hauptsache, man selbst ist auf der "richtigen" Seite, nämlich auf der der Täter und nicht auf der der Opfer. Auch wenn die Politiker soziale Worte sprechen, die Sozialempfänger leiden immer mehr unter den "Sozialwohlgesonnenen". 

Jesus, der Christus, lehrte uns - und das müßten auch angebliche Vorbilder wie Kardinäle, Bischöfe, Pfarrer und Priester leben und lehren -: Erkenne dein Fehlverhalten, dein Sündhaftes, bereue und bitte um Vergebung. Vergib auch deinem Nächsten, der sich an dir verfehlt hat. Mache falsches Tun wieder gut, so dies noch möglich ist, und tue dieses Sündhafte nicht mehr. Wer an Jesus glaubt, der wird sich allmählich daran halten und sich als Christ bewußt machen, daß er sein Fehlverhalten zu bereinigen hat, wozu alle Süchte gehören, einschließlich der Sexualsucht. 

Ausschweifende Sexualität, Mißbrauch von Kindern, Gewalt, Diebstahl, Drogensucht deuten immer darauf hin, daß der Mensch mit seinen Problemen nicht mehr fertig wird. Jede Seele hat in Vorinkarnationen, also als Mensch in einem anderen Erdengang, solche und ähnliche Ausschweifungen mehr oder weniger gepflegt - in Gedanken, in Wünschen oder in der Tat - und, wenn in den jenseitigen Welten nicht bereinigt, wieder mit in dieses irdische Leben genommen. Anstatt diese Ausgeburten, diese Ego-Süchte, nun gemäß der Lehre Jesu in der Wurzel zu erkennen und zu bereinigen, sie also nicht mehr zu tun, werden diese nicht nur weiter gepflegt, sondern vielfach bis zum Exzeß ausgelebt. 

Werden diese Abartigkeiten zum einen in Gedankenbildern, zum anderen auf verschiedene andere Weise gepflegt - auch am Objekt -, dann entstehen Suchtprogramme, die den Menschen zum gefühllosen und somit gewissenlosen Suchtgesteuerten werden lassen, der seine Triebe auf verschiedene Art und Weise ausführt, sei es die Geldgier, der Hunger nach Macht, der Hang zu Pornographie, die extreme Sexuallust, der Zug zur Kindesmißhandlung, also all jene Abartigkeiten, die eine Gesellschaft in den Ruin treiben ...


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